US-Gesetzentwurf soll TV-Aufnahmen einschränken

"Gesetz zum Erhalt der Sicherheit analoger Inhalte"

In den USA sollen alle Geräte, die analoge Videosignale in digitale umwandeln können, mit einem Kopierschutz ausgerüstet werden. Damit wollen Filmstudios, Fernsehanstalten und andere Rechteverwerter kontrollieren, was Nutzer aufnehmen dürfen und was nicht.

Artikel veröffentlicht am ,

Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde gestern in einem Unterausschuss des US-Kongresses verhandelt. Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hatte ihn bekannt gemacht und heftig kritisiert. Er trägt den Titel Analog Content Security Preservation Act (Gesetz zum Erhalt der Sicherheit analoger Inhalte) und hätte, wenn verabschiedet, weit reichende Folgen.

Jedes in den USA hergestellte Videogerät - von der TV-Karte für den Computer bis zum Videorekorder - müsste dann mit zwei verschiedenen Systemen ausgerüstet sein, die das Kopieren beschränken und kontrollieren. Das eine, VEIL (Video Encoded Invisible Light Technology), arbeitet mit Wasserzeichen, die im Bild eingebaut sind und von entsprechenden Geräten erkannt werden. Das andere, CGMS-A (Copy Generation Management System for Analog), sieht vor, dass ein spezielles Signal zum Bild hinzugefügt wird, das von entsprechend ausgerüsteten Geräten ausgelesen wird. Über dieses Signal könnte dann etwa dem digitalen Videorekorder verboten werden, ein Fernsehprogramm aufzunehmen.

Seth Schoen, Experte für Digitales Rechtekontroll-Managment (DRM) bei der EFF, weist darauf hin, dass die Film- und Fernsehbranche bisher immer argumentiert habe, dass es möglich bleibe, Fernsehsendungen analog aufzunehmen, um damit zu rechtfertigen, dass digitale Signale, wie HDTV, nicht - oder nur eingeschränkt - aufgenommen werden können. Der Versuch, diese Einschränkung für digitale Signale ins Gesetz aufzunehmen, ist allerdings kürzlich von einem US-Gericht abgeschmettert worden. Es hatte die unter dem Stichwort "Broadcast Flag" bekannt gewordene Regelung verworfen - allerdings aus rein formalen Gründen, so dass das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen ist.

Die nun vorgeschlagenen Systeme würden es den Rechteinhabern entweder möglich machen, Zuschauern exakt vorzuschreiben, ob - und wenn ja, wie oft - Videos oder Fernsehsendungen aufgenommen oder kopiert werden dürfen. Oder sie würden das Signal auf eine schlechte Qualität reduzieren - die EFF spricht von etwa 350.000 Bildpunkten, also etwa 15 Prozent weniger als bei dem in Deutschland üblichen PAL-Standard für analoge Fernsehbilder und nur etwa ein Siebtel der Auflösung eines HDTV-Fernsehbildes, das mehr als zwei Millionen Bildpunkte darstellt.

Der Gesetzesentwurf, eingebracht vom Republikanischen Kongressabgeordneten James Sensenbrenner aus Wisconsin, wurde geschrieben von Experten aus Computerfirmen und Unternehmen der Unterhaltungselektronik. Das sagte Brad Hunt, Chef-Techniker des Lobbyverbandes der US-Filmindustrie Motion Picture Association of America (MPAA) in einem Interview mit dem Online-Nachrichtendienst Extreme DRM.

Sollte der Entwurf in der vorliegenden Form Gesetz werden, drohen bei Verstößen Höchststrafen von fünf Jahren Haft und 500.000 US-Dollar Geldstrafe. [von Matthias Spielkamp]

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Tynnes 08. Nov 2005

Am besten weiterhin alles schön annehmen was man uns aufdrückt ! Sprit ? Am besten 10...

Abendstern 07. Nov 2005

Ja na sicher, demnächst schreibt man uns noch vor wann und wo wir auf toilette zu gehen...

andreasm 06. Nov 2005

Aber echt! Und dann kommt das Gejammer, dass komischerweise niemand mehr Filme schauen...

ROFL 05. Nov 2005

meinst du die nazis? klar. die werden deutschland sicherlich in die freiheit führen...



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