S3 Graphics: Mit Chrome S27 gegen GeForce 6600

Der Hersteller fügte entsprechend noch einige S3-spezifische Shader-2.0-Erweiterungen hinzu, die S3 für Video-Effekte nutzt. Dazu zählen "Programmable Render Target Blending", "Programmable per pixel Gamma Correction/Depth Shading", "Programmable Selective Depth-of-Field" und "Programmable Depth-Cued Fog Color". Ob auch Spieleentwickler diese Funktionen nutzen werden, bleibt abzuwarten.
Darüber hinaus vermeidet S3 die Farbraum-Konvertierung von YUV nach RGB, was die Wiedergabequalität verbessern soll. Um 4.3-Inhalte im Vollbild besser auf Breitbild-Displays wiedergeben zu können, unterstützen S25 und S27 eine nichtlineare Skalierung: Die im Fokus liegende Bildmitte wird dabei weniger verzerrt als die Ränder, so dass die Effekte des "Breiterziehens" des ursprünglichen 4:3-Videobildes weniger negativ auffallen sollen.
Zumindest im 3DMark 05, in Battlefield 2, Far Cry und Half-Life 2 soll der S27 den GeForce 6600 mal mehr, mal weniger deutlich übertrumpfen. Allerdings ist der GeForce 6600 auch schon etwa ein Jahr auf dem Markt. In Doom 3 unterliegt der S27 aber dem Nvidia-Chip, wie S3 gegenüber Golem.de angab. Um mehr Leistung zu erzielen, können zwei S27-Grafikkarten in einem Mainboard mit zwei PCI-Express-Grafiksteckplätzen (PEG) betrieben werden. Was bei ATI Crossfire und bei Nvidia SLI heißt, nennt S3 "MultiChrome". Im S27-Doppelpack soll maximal die 1,85-fache Leistung einer einzelnen Karte erreicht werden, in der Regel soll MultiChrome eine etwa 1,6-fache Steigerung erbringen. Kabelverbindungen oder spezielle Mainboard-Chipsätze sind nicht nötig, so S3.
Passiv gekühlte Karten sollen nicht nur mit dem S25 sondern auch mit dem S27 möglich sein. Zudem verspricht S3 einen besonders niedrigen Stromverbrauch, die neuen Chrome-Karten sollen ohne zusätzliche Stromversorgung auskommen und nur per PCI-Express-Steckplatz versorgt werden. Möglich ist dies dank des 90-nm-Low-K-Fertigungsprozess und lediglich 50 respektive 70 Millionen Transistoren. Die ersten Karten werden aber alle mit Lüfter bestückt sein, obwohl einige Hersteller schon an passiven Lösungen arbeiten.
Zu den Schnittstellen der S25/S27-Grafikkarten zählen u.a. VGA, Dual-Link-DVI und Komponente (bis 1080p) - HDMI (DVI mit HDCP) soll über einen internen Anschluss unterstützt werden. Der Zweischirm-Betrieb wird ebenfalls unterstützt.
Die Produktion der neuen Chrome-Generation hat bereits begonnen. Während in China bereits erste darauf basierende Grafikkarten ab November und in den USA voraussichtlich ab Dezember 2005 erhältlich sein werden, muss man sich S3 zufolge in Europa noch bis zum ersten Quartal 2006 gedulden. Die Chrome-S27-Grafikkarten sollen mit 128 MByte Speicher für unter 100,- US-Dollar zu haben sein.



