Interview: Usability für Open Source
Golem.de: Die geringere Verbreitung von Open-Source-Software dürfte nur zu einem kleinen Teil daran liegen, dass sie nicht benutzerfreundlich ist. Meint Ihr dennoch, die Verbreitung durch eine gesteigerte Usability erhöhen zu können?
Reitmayr: Sicherlich - sofern der Nutzer die freie Wahl hat. Es gibt verschiedene Akzeptanz-Modelle (z.B. Venkatesh, 2000), die das ganz gut veranschaulichen: Die wahrgenommene Einfachheit einer Software beeinflusst die wahrgenommene Nützlichkeit, und die wiederum die Bereitschaft, eine Software zu nutzen. Je einfacher also eine Software, umso eher nutze ich sie.
Golem.de: Anders als bei proprietärer Software ist im Open-Source-Bereich zu Beginn der Entwicklung häufig nicht völlig klar, für welche Zielgruppe man da programmiert. Wie begegnet Ihr in Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit dieser Problematik, nicht zu wissen, wer später mit der Software arbeiten soll?
Reitmayr: Ja, das ist ein Problem, wie schon beschrieben. Wir arbeiten im Rahmen von OpenUsability daran, eine Nutzerbasis aufzubauen und Umfragetools zur Verfügung zu stellen. Das ist jedoch noch Zukunftsmusik.
So lange geben wir uns mit imaginären Nutzern, sogennanten "Personas", zufrieden, die wir als prototypische Nutzer definiert haben. Außerdem stellen wir den Projekten immer zu allererst die Frage "Wer sind eure Nutzer?" Erst wenn sie die befriedigend beantwortet haben, machen wir uns an die weitere Arbeit.
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