Interview: Usability für Open Source

Golem.de: Häufig ist Open Source von Techniker für Techniker entwickelt, zumindest, wenn man einem weit verbreiteten Vorurteil glauben darf. Wie groß ist die Bereitschaft seitens der Entwickler generell, sich Gedanken über Benutzerfreundlichkeit zu machen?

Reitmayr: Wie gesagt - wenn die Bereitschaft da ist, dann ist sie mit großer Begeisterung da. Insgesamt scheint OpenUsability das Ziel, die Wahrnehmung von Usability in der OSS-Gemeinde zu stärken, zu erreichen. Das zeigt die große Zahl an Projekten auf OpenUsability, momentan sind es 95.

Eine ähnliche Initiative sollten wir jetzt fuer Accessibility in Angriff nehmen: Hier scheint es den Entwicklern noch nicht ganz so klar zu sein, warum gerade ihre Software "accessible" sein soll...

Golem.de: Was haltet Ihr von Novells "Better Desktop"?

Reitmayr: Super! Wir haben einige Male mit Anna Dirks und Pete Goodall (Usability-Experten bei Novell, Anm. d. Red.) gesprochen und Pete auf der KDE Konferenz in Malaga getroffen. "Better Desktop" bietet auch eine schöne Auswahl an Artikeln, wie man als Entwickler Usability-Tests durchführen kann - also genau die Howtos, die auf OpenUsability noch fehlen.

Bei "Better Desktop" fehlt uns jedoch eine qualitative Analyse der Ergebnisse, die in die Projekte zurückfließen kann. Also z.B. statt der Aufgabenzeiten sollten Gründe gegeben werden, warum User an welchen Stellen Probleme hatten, und was man dagegen tun kann. Genau diese praktische Hilfe ist das Ziel von OpenUsability.

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