Interview: Usability für Open Source
Golem.de: Ist es bis zur vollständigen Umsetzung noch ein weiter Weg, verglichen mit der aktuellen KDE-Version?
Reitmayr: Die KDE 4 Human Interface Guidlines sind noch nicht vollständig und noch nicht offiziell publiziert. Von daher können viele Anwendungen die Guidelines noch gar nicht berücksichtigen. Ich bin aber zuversichtlich, dass - wie in Gnome - ein Großteil der KDE Anwendungen mit einer Latenz von einem Jahr nach Veröffentlichung der Guidelines weitgehend konform sein wird.
Golem.de: Sind diese Richtlinien - zumindest in Bezug auf KDE4 - für die Entwickler verpflichtend oder steht es ihnen frei, sich daran zu halten?
Reitmayr: Soviel ich weiß steht es ihnen frei. Es wird aber automatisierte Guidelines-Checks geben, die das Aufspüren und Fixen von Problemen erleichtern.
Golem.de: Es heißt, die HIGs des Gnome-Projektes seien so umfangreich, dass sie keiner liest. Wie verfährt man bei den auf OpenUsability.org gehosteten Gnome-Projekten, dienen diese Richtlinien als Orientierung?
Reitmayr: Selbstverständlich. Eine Anwendung muss immer im Kontext der für sie geltenden Richtlinien bewertet werden - eine Web-Anwendung hat andere UI Elemente als eine Apple-, KDE- oder Gnome-Anwendung. Natürlich stimmen sie in den Grundsätzen überein. Details sind jedoch "Flavour", die den Charme einer Umgebung ausmachen. Und das soll auch so bleiben! So umfangreich sind die Gnome-Richtlinien aber auch wieder nicht - man bräuchte nur eine Suchfunktion...
Golem.de: Welche konkreten Erfolge kann das OpenUsability-Projekt bisher vorweisen?

KPDF (vorher/nachher)
Reitmayr: Wir arbeiten eng mit KDE zusammen, zum Beispiel KDE PIM, Appeal, KPDF, Kopete, Kivio, DigiKam, KDE-edu und vielen mehr. Dort sind zahlreiche kleinere und größere Verbesserungen zu finden, aber auch konzeptuelle Arbeit für Neuerungen in KDE 4. GIMP hat seit seiner Anmeldung auf OpenUsability großen Zuwachs an Usability-Experten und rege Diskussionen, und wir werden vor dem nächsten Release einen zweiten Usability-Test mit GIMP durchführen. Mehrere Content-Management-Systeme wie Typo3, Drupal und Backend-CMS haben sich auf OpenUsability angemeldet und wir sind neben spezifischer Unterstützung dabei, allgemeine User-Interface-Guidelines fuer Content-Management-Systeme in Web-Umgebungen zu schreiben. Dann gibt es natürlich noch eine ganze Menge Erfolge, von denen ich gar nichts weiß, da ich nicht unmittelbar in die Projektarbeit integriert bin.
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