Test: Game Boy Micro - Spielewinzling für die Hemdtasche
Zwar wirkt der von Sharp gefertigte 2-Zoll-Bildschirm mit der bekannten Auflösung von 240 x 160 Pixeln zunächst gerade im Vergleich zum GBA SP ungewohnt klein, dafür ist das Display aber auch das schärfste, was je in einem Game Boy verbaut wurde – und kommt damit auf PSP-Niveau. Auch textlastige Rollenspiele lassen sich also problemlos auf dem kleinen Screen spielen. Mit dem in mehreren Stufen regulierbaren Helligkeitsgrad lässt sich selbst entscheiden, ob lieber der Akku geschont oder die größtmögliche Leuchtkraft aktiviert wird; in letzterem Fall ist der Micro wirklich extrem hell und kann auch gut als Taschenlampe fungieren.
Bei der grundsätzlichen Button-Anordnung orientiert sich der Micro am ersten GBA: das Steuerkreuz ist links, die beiden Aktionstasten sind rechts neben dem Display angebracht. Hinzu kommen zwei Schultertasten links und rechts an der Außenseite sowie die Menü- und Start-Buttons vorne an der Unterseite. Eben diese beiden Tasten fungieren übrigens auch als Batteriestandsanzeige: Beim Einschalten des Micros leuchten sie entweder rot und verlangen somit nach einem baldigen Stromanschluss oder blau, was einen genügend geladene Batterie andeutet.
An der Unterseite befindet sich ein 3,5-mm-Klinken-Eingang; erstmals können also handelsübliche Kopfhörer angeschlossen werden, der noch vom SP bekannte Adapter wird nicht mehr benötigt. Zum Lieferumfang gehören Kopfhörer allerdings nicht, neben der Konsole steckt in der Packung nur noch das Ladekabel sowie eine kleine Schutztasche. Etwas enttäuschend: Während der Micro in den USA gleich mit drei austauschbaren Oberschalen daher kommt, sodass man von Anfang an die Möglichkeit hat ein eigenes Design für den Winzling zu wählen, ist das hier zu Lande nicht der Fall. Nintendo will stattdessen in Kürze Oberschalen im Einzelverkauf anbieten. Bis dahin hat man allerdings immerhin die Möglichkeit, zwischen vier verschiedenen Gehäusefarben (Silber, Blau, Grün, Pink) zu wählen.
Der Game Boy Micro ist ab dem 4. November 2005 zum Verkaufspreis von 99,95 Euro in Deutschland erhältlich. Im Gegensatz zu den bisherigen GBAs spielt der Micro übrigens wirklich nur reine GBA-Titel – von denen allerdings mittlerweile gut 700 verschiedene vorliegen. Alte Game-Boy- und Game-Boy-Color-Programme können hingegen nicht mehr genutzt werden.
Fazit:
Natürlich kann man sich fragen, warum man für einen Game Boy Micro satte 100,- Euro ausgeben soll – wo doch der technisch identische und mit größerem Display daherkommende GBA SP meist für deutlich unter 100,- Euro zu haben ist und ein Nintendo DS, mit dem sich ja bekanntlich auch GBA-Spiele nutzen lassen, gerade mal 130,- Euro kostet. Aber Nintendo hat durchaus gute Gründe für den Kauf zu bieten: Das Spielehandheld sieht gut aus, hat ein immens beeindruckendes Display und ist vor allem so klein, dass man es wirklich überall mit hinnehmen kann und nirgendwo stört. Ein Argument, das ja bekanntlich leider nur auf die wenigsten Spielehandhelds zutrifft.
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