Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Live: Windows und Office gehen ins Netz

Microsoft wandelt auf Googles Spuren. Nach "Xbox live" will Microsoft mit "Windows Live" und "Office Live" nun auch seine beiden wichtigsten Produkte ins Internet bringen. Die neuen Dienste wurden von Microsoft-Chairman Bill Gates und Lotus-Notes-Erfinder Ray Ozzie vorgestellt, der heute Chef-Techniker von Microsoft ist. Beta-Versionen von einigen der neuen Dienste stehen ab sofort zur Verfügung, wobei Microsoft Googles Geschäftsmodell nachahmt.
/ Jens Ihlenfeld
66 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Während "Office Live" kleinen Unternehmen die Nutzung von Office erleichtern soll, will Microsoft mit "Windows Live" vor allem Privatkunden ansprechen und diesen Dienste rund um das digitale Heim anbieten. Ausgangspunkt für Windows Live ist die Website live.com(öffnet im neuen Fenster) , wobei Microsoft auf aktuelle Hype-Themen wie RSS und AJAX setzt.

Zu Windows Live gehört unter anderem "Windows Live Mail", ein neuer globaler E-Mail-Dienst, der schneller, einfacher und sicherer sein soll als bestehende Systeme. Existierende Konten von MSN Hotmail können in den neuen, vom Aufbau an den Outlook-Mailer erinnernden Dienst übernommen werden. Nutzer können sich ab sofort auf eine Beta-Warteliste eintragen.

Auch ein Messenger gehört zu Windows Live, über den Nutzer Nachrichten, Dateien und Fotos austauschen können. Der Windows Live Messenger steht bisher nicht zur Verfügung, soll aber noch Ende 2005 als Beta-Version erscheinen.

Schon jetzt als Beta zur Verfügung steht das "Windows Live Safety Center" mit dem Nutzer ihre PCs nach Viren und Würmen durchsuchen und von diesen befreien können sollen - sofern sie der Website den Zugriff auf ihren Rechner gewähren. Mit Windows OneCare Live will Microsoft zudem ein Abo anbieten, mit dem sich PCs auf dem aktuellen Stand halten können, Anti-Viren-, Firewall- und Software-Updates sowie ein Backup-Dienst inklusive.

Eine Web-basierte Bookmark-Sammlung stellt "Windows Live Favorites" dar. Der Dienst soll ab sofort in einer Beta-Version ausprobiert werden können.

Die meisten Windows-Live-Dienste will Microsoft kostenlos anbieten und über Werbung finanzieren - und folgt damit dem Modell von Google. Es soll aber auch kostenpflichtige Abo-Dienste und Transaktions-basiert abgerechnete Dienste geben.

Zusammen mit Windows Live stellte Microsoft auch "Office Live" vor, Internet-basierte Dienste für kleine Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern. Diesen will Microsoft zu einer Online-Präsenz verhelfen und Werkzeuge an die Hand geben, um wichtige interne und externe Prozesse zu autmatisieren. Die Dienste sollen unabhängig von Microsoft Office genutzt werden können, aber dennoch eng mit Outlook, Excel, Office Live Meeting und Office Small Business Edition verknüpft werden.

Auch hier soll es verschiedene Dienste geben, angefangen bei Office Live Basics, das eine Domain, 30 MByte Webspace sowie fünf E-Mail-Adressen umfasst und kostenlos, aber werbefinanziert zur Verfügung steht. Hinzu kommen Abo-Dienste, die rund 20 Business-Applikationen umfassen; angefangen bei Projekt Management über Sales- und Customer-Management bis hin zu Ausgaben-Berichten und einer Zahlungs-Verwaltung.

Alle Applikationen basieren auf den Windows SharePoint Services und sollen sich leicht an individuelle Bedürfnisse anpassen lassen. Eine Vorschau soll es unter officelive.com(öffnet im neuen Fenster) geben.

Entwicklern will Microsoft die Möglichkeit geben, mit Hilfe der existierenden Entwicklerwerkzeuge die neuen Dienste anzupassen. Sie sollen durch öffentliche APIs mit Windows zusammenarbeiten.

Firefox wird von den Live-Applikationen noch nicht vollständig unterstützt, dies soll sich aber in Kürze ändern, wie Microsoft auf live.com verspricht.


Relevante Themen