Infineon: Schumacher beteuert seine Unschuld
Focus: Siemens-Chefs erhielten zum Going-Public Aktien im Wert von 20 Mio. Euro
Das Spektakel um den Halbleiter-Hersteller Infineon ist um eine Facette reicher. Wie das Nachrichtenmagazin Focus meldet, sollen im so genannten "Family and Friends"-Programm des Infineon-Börsengangs allein Siemens-Vorstände und Aufsichtsräte Aktien im Wert von 20 Millionen Euro erhalten haben.
Infineon-Chef Schumacher soll samt Familie und Treuhändern über Aktien im Wert von fünf Millionen Euro verfügt haben. Schumachers "Umfeld" hat dies dem Focus gegenüber allerdings der Höhe, aber nicht dem Inhalt nach dementiert. Die Gesamtsumme habe "deutlich darunter gelegen". Auch der wegen Verdachts auf Bestechung in U-Haft sitzende Schumacher-Freund Udo Schneider habe eine Aktien-Zuteilung erhalten.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat rechtliche Schritte gegen Infineon und dessen Ex-Chef angekündigt. "Wir prüfen, ob hier Kleinanleger vorsätzlich sittenwidrig geschädigt wurden", so die Münchner Rechtsanwältin Daniela Bergdolt zu Focus. "Das könnte Schadenersatzansprüche gegen Infineon und Ulrich Schumacher nach sich ziehen."
Den Vorwurf, er habe beim Börsengang von Infineon im März 2000 mehr Aktien bekommen, als ihm zustanden, wies Schumacher gegenüber dem Tagesspiegel zurück: "Ich habe in Absprache mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden - übrigens auch nach seiner ausdrücklichen Aufforderung - Infineon-Aktien gezeichnet. Und zwar so viele wie möglich, weil Siemens die Verbindung des Vorstands zum Unternehmen fördern wollte", sagte Schumacher.
Dass ein Vorstandskollege im Rahmen des "Friends-and-Familiy"-Programms sein eigenes Kontingent nicht ausgeschöpft und treuhänderisch Aktien für Schumacher erworben habe, sei "auch nach Meinung von Aktienrechtlern nicht angreifbar". Die Aktien seien nicht innerhalb der Spekulationsfrist verkauft worden oder Einnahmen unversteuert geblieben.
"Gegen mich wird in dieser Frage - anders als interessierte Kreise fälschlich behaupten - nicht ermittelt" gibt Schumacher zu Bedenken. "Alle von mir gekauften Infineon-Aktien waren dem Aufsichtsratschef bekannt", sagte Infineons Ex-Chef.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed






Arme Vorstandsriegen haben wir hier in Deutschland, Hartz IV beweist dies jeden Tag...