Bill Gates beschwört das Ende der Papierzeitungen
Im Interview mit Le Figaro(öffnet im neuen Fenster) teilte Gates mit, wie und welche Zeitschriften und Zeitungen er liest: Zur Hälfte konsumiert er sein Lesefutter online, darunter das Wall Street Journal, die New York Times und The Economist. Außerdem liest er natürlich auch Online IT-Zeitschriften – welche, verriet Gates allerdings nicht. Bei Büchern hingegen sind es weniger Romane als Enzyklopädien, Handbücher und Geschäftsdokumente, die Gates am Bildschirm verschlingt.
Auf die Frage, ob das Telefonieren irgendwann kostenlos sein wird, antwortete Gates ausweichend: Selbst wenn die Software, mit der man telefoniert kostenlos sei, die Breitband-Verbindung sei es nicht. Die reine Sprachübertragung jedoch sei kein zukunftsfähiges Produkt mehr – vielmehr sei beispielsweise bei den TV- Kabelgesellschaften zu beobachten, dass die ihre Netze gleichzeitig für die Datenübertragung öffnen und die Telefongesellschaften auch Videos- und Daten übertragen wollen, was die Konkurrenzsituation insgesamt verschärfe.
Zum 100-US-Dollar-PC von Negroponte und dem MIT für Entwicklungsländer befragt, meldete Gates Zweifel am Erfolg des Projektes an: Zum einen sei es fraglich, ob es Sinn ergebe, ein Gerät zu entwickeln, bei dem man 10 Minuten kurbeln muss, um 1 Minute Betrieb zu ermöglichen, zum anderen sei nicht der Gerätepreis oder der der Software das ausschlaggebende Moment, sondern eher die Frage, was der Internetzugang kosten würde. Am Ende würde man mehr Geld für ein Jahresabonnement ausgeben müssen als für das Gerät selbst, unkte Gates.
Das Interview berührte viele Punkte, so auch die Rolle von Google gegenüber Microsoft. Gates bemerkte, dass man Microsoft vor 30 Jahren schlechte Chancen einräumte – es gab z.B. IBM als Widersacher. Als Yahoo noch recht klein war und es Google noch gar nicht gab, hätte man vielleicht gesagt, Netscape oder Sun würden Microsoft auslöschen. Gates erinnerte an die Zeit, als Larry Allison oder Scott McNealy vom Netzrechner sprachen und vom Ende des PCs. Heute spräche darüber niemand mehr. Er betonte, dass er nicht glaube, das Google oder Yahoo wieder verschwinden würden – vielleicht sei es auch Microsoft. Der Markt verlange Innovationen und man habe bei Microsoft auf XML, auf Webservices, auf eine neue Windows-Version und auf die XBox sowie MSN gesetzt und sei mit dieser Entscheidung glücklich.
Googles Philosophie unterscheide sich von der Microsofts: Während Google die Informationen organisieren wolle, will Microsoft Werkzeuge anbieten, die es anderen erlauben, Informationen zu organisieren. Google sei allerdings im Internet Microsofts Hauptkonkurrent betonte Gates – doch man habe viele Konkurrenten – beispielsweise bei Spielkonsolen Sony, beim Telefon Nokia usw.. Eine der Stärken Microsoft sei es, seine Innovationen integriert anbieten zu können.
Zur Innovationskraft Microsofts und der Behäbigkeit des Konzerns bemerkte Gates, dass die größten Innovationen von Unternehmen kämen, die 10 Jahre oder länger investiert hätten und führt als Beispiel die Spracherkennung, den Tablet-PC und Fernsehen über Internet an, wofür es einen großen Forschungs- und Entwicklungsaufwand brauche, wozu StartUps nicht fähig seien.
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