DR-DOS 8.1 soll gegen GPL verstoßen

Teile von Enhanced DR-DOS und FreeDOS enthalten

Das FreeDOS-Projekt wirft der DR-DOS Inc. vor, in DR-DOS 8.1 Software zu verbreiten, die unter der GPL steht, ohne auf die Lizenz hinzuweisen. Überhaupt sei DR-DOS 8.1 gar kein echtes Update, sondern eine wilde Zusammenstellung von teilweise nicht kompatibler Software.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Im September 2005 erschien DR-DOS 8.1, dessen erste Version bereits 1974 von Digital Research entwickelt wurde. Später übernahm Novell den Vertrieb, bevor DR-DOS zu Caldera OpenDOS wurde und letztlich von DeviceLogics - jetzt DR-DOS Inc. - gekauft wurde.

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Das FreeDOS-Projekt merkte nun an, dass es sich bei DR-DOS 8.1 nicht um ein Update der Version 8.0, die letztes Jahr erschien, handle. Vielmehr verwende 8.1 einen schlecht gepatchten Kernel des freien Enhanced-DR-DOS-Projektes, das von Udo Kuhnt geleitet wird. Die Datei NEWFUNCT.TXT passe allerdings nicht zu der enthaltenen Kernel-Version und Hinweise auf Kuhnts Arbeit fehlten ebenso. Dabei hat Kuhnt die LBA- und FAT32-Unterstützung für seinen Kernel entwickelt. Während DR-DOS Inc. nun aber mit dieser FAT32-Unterstützung wirbt, kann DR-DOS 8.1 nicht von FAT32-Partitionen booten, so das FreeDOS-Projekt weiter. Alle Werkzeuge seien aus der letzten DR-DOS-Version übernommen und mit verändertem Copyright-Datum und Firmennamen versehen worden. Daher würden diese zum Teil auch nicht mit dem enthaltenen Kernel zusammenarbeiten.

Ferner sind - neben einigen Freeware-Programmen - auch die Programme SYS 2.6 und FDXXMS 0.92 aus FreeDOS enthalten, die beide unter der GNU GPL stehen. Ein Hinweis auf diese Lizenz fehlt in DR-DOS 8.1 aber ebenso wie die Information, dass der Quellcode auf Anforderung herausgegeben wird, so wie es die GPL vorschreibt. Der Quellcode kann hingegen nur komplett erworben werden, wobei der Anbieter im Internet keine Preise nennt. Neben der Lizenz fehlt auch die Dokumentation und die Autoren werden nicht erwähnt.

FreeDOS-Gründer Jim Hall hat DR-DOS Inc. aufgrund dieses Vorfalls kontaktiert und seine E-Mail zusammen mit einer Schilderung des Sachverhaltes im Internet veröffentlicht. Bisher hat die Firma keine Stellung zu den Vorwürfen genommen. Eine Veränderung gibt es aber schon auf der DR-DOS-Produktseite zu verzeichnen: Hier wird auf einmal angemerkt, dass in dem 45,- US-Dollar teuren Betriebssystem Software enthalten ist, die den Bestimmungen der GPL unterliegt.

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