Minix 3 veröffentlicht

"Richtiges" Betriebssystem statt nur Lehrmaterial

Das Minix-Betriebssystem soll mit der neuen Version 3 nicht mehr nur ein Unix zu Lehrzwecken sein, sondern ein "richtiges" Betriebssystem. Das als Open Source erhältliche System ist sehr klein und somit insbesondere auf ältere Rechner oder Embedded Systeme fokussiert, bei denen es dennoch auf Zuverlässigkeit ankommt.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Während Minix 1 und 2 noch vor allem für Lehrzwecke gedacht waren, soll sich das System mit der neuen Version zu einem ernsthaften Betriebssystem für weitere Bereiche mausern. Minix 3 ist POSIX-konform, unterstützt TCP/IP und liefert mit ACK und GCC zwei verschiedene ANSI-C-Compiler mit. Das Multiuser-Betriebssystem unterstützt bis zu 4 GByte RAM und umfasst in der aktuellen Version mehr als 300 Programme.

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Minix setzt auf einen Mikrokernel statt auf einen monolithischen Kernel wie er bei UNIX üblich ist. Dabei laufen Gerätetreiber beispielsweise als eigene User-Tasks, so dass beim Absturz eines Treibers in der Regel nur dieser neu geladen werden muss, wohingegen der Rest des Systems weiter läuft.

Minix 3 braucht mindestens einen 386er mit 16 MByte RAM - es existiert jedoch auch eine Version für Systeme mit nur 8 MByte RAM, die dann etwas eingeschränkt ist. Für die Installation werden zwischen 200 und 400 MByte benötigt. Da Minix damit sehr ressourcenfreundlich ist, wird es besonders für alte Systeme oder Computer in ärmeren Ländern empfohlen. Außerdem richtet es sich an eingebettete Systeme, wie Kameras oder DVD-Rekorder. Trotz dieser neuen Ausrichtung bleibt Minix aber auch weiterhin ein Lehrsystem.

Minix wurde ursprünglich 1987 von Andrew S. Tanenbaum für den Einsatz in Universitäten entwickelt, da der Unix-Quellcode den Universitäten nicht mehr zur Verfügung stand. Tanenbaum entwickelte daraufhin den Minix-Kernel und beschrieb dies auch in seinem Buch "Operating Systems - Design and Implementation". Einst diente es Linus Torvalds als Experiementierplattform für einen eigenen Kernel, der heute als "Linux" bekannt ist. Später erlangte Minix auch durch die Auseinandersetzung zwischen Tanenbaum und Linus Torvalds Beachtung.

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Minix 3 unterliegt den Bestimmungen einer BSD-ähnlichen Lizenz und steht ab sofort zum Download zur Verfügung. Die Installations-CD ist gleichzeitig eine Live-CD, so dass man Minix ausprobieren kann, ohne es installieren zu müssen.

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