Gegen die Langeweile: Online in öffentlichen Verkehrsmitteln

Australisches Forschungsprojekt für attraktivere Busse und Bahnen

An der University of New South Wales wird ein drahtloses Netzwerksystem für öffentliche Verkehrsmittel entwickelt, mit dem die Passagiere einen kompletten Onlinezugang ins Internet bekommen sollen. Die australischen Forscher hoffen, Busse und Bahnen attraktiver zu machen, indem die Warte- und Fahrzeiten sinnvoll genutzt werden können.

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Das "On-board Communication Entertainment and Information" oder kurz Ocean getaufte System soll es den Nutzern erlauben, ihre E-Mails zu überprüfen, das Web zu besuchen, zu spielen und auf Geschäftsanwendungen zuzugreifen. Das Team von Associate Professor Mahbub Hassan in der School of Computer Science and Engineering entwickelt dazu ein Netzwerkprotokoll für Chips, die in Bussen und Zügen installiert werden können.

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Damit sollen die Fahrzeuge ein Kommunikationsnetzwerk aufbauen können, an dem auch an Haltestellen wartende Personen teilnehmen können. Fährt ein Fahrzeug weiter und bewegt sich aus der Reichweite, wird die Verbindung automatisch zu einem in der Nähe befindlichen Fahrzeug übertragen und weitergeführt. Gleiches soll beim Umsteigen automatisch erfolgen, so dass die Verbindung möglichst nicht abbricht.

"Unsere Protokolle sind intelligent", so Hassan. Sie sollen lernen, welche Busse und Züge in Kürze vorbeifahren, mit denen sie sich verbinden können und dabei auch Verspätungen berücksichtigen. "Unsere Berechnungen auf Basis eines städtischen Bus-Netzwerks zeigen, dass immer drei bis vier Busse in Reichweite sein werden."

Die Vernetzung ist dabei nicht trivial. Einerseits müssen Netzwerkausfälle - insbesondere längere - vermieden werden, die auf einen Schlag viele Nutzer betreffen können. Zum anderen führen gerade die Datentransfers vieler Nutzer zu Engpässen auf drahtlosen Verbindungen. Zu guter Letzt ist das Netzwerk sehr dynamisch, es steigen ständig Passagiere ein und aus - das Zwischenspeichern von Daten und deren Auslieferung an bestimmte Nutzer ist eine weitere schwierige Aufgabe.

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Um Datenstau im Netzwerk zu vermeiden, arbeiten die Ocean-Forscher an einer Methode ("semantic compression"), die typisches Anwenderverhalten analysiert. Die Nutzer werden dabei in Kategorien eingeteilt und es soll ermittelt werden, welche Programme und Informationen sie in der Regel abrufen. Ihre Internetsuchen sollen gefiltert werden, damit nur relevante Daten auftauchen.

Die Forscher erwarten, dass in Zukunft TCP/IP-Netzwerke im Fahrzeug existieren, die über einen mobilen Router mit dem Internet verbunden sind. Passagiere sollen sich mit ihren Notebooks oder anderen Geräte einfach verbinden und davon profitieren können. Auch die Fahrzeug-Videoüberwachung über das Internet wird für Verkehrsbetriebe damit möglich.

"Öffentliche Verkehrsmittel reduzieren die Umweltverschmutzung, sparen Energie und eliminieren Staus", so Hassan. "Wir müssen alles nur Erdenkliche tun, um öffentliche Verkehrsmittel attraktiver zu machen, damit sie durch mehr Menschen genutzt werden." Finanziert wird das Ocean-Projekt durch das Australian Research Council, angestrebt wird ein effizienter Onboard-Zugriff auf globale Informationsquellen und Dienste, auch in der Luft und auf See.

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