Patches für sechs gefährliche Windows-Sicherheitslücken
Mit einem Sicherheits-Patch behandelt Microsoft gleich vier verschiedene Sicherheitslücken, die unterschiedlich große Gefahren bedeuten. Ein von eEye vor mehr als drei Monaten gemeldetes Sicherheitsleck wird durch einen ungeprüften Puffer in Microsoft Distributed Transaction Coordinator hervorgerufen und erlaubt einem Angreifer durch eine präparierte Netzwerknachricht auf Systemen mit Windows 2000 das Ausführen beliebigen Programmcodes. Das Sicherheitsloch betrifft auch Windows XP und Windows Server 2003, kann hier aber nur von angemeldeten Nutzern für eine Rechteausweitung missbraucht werden.
Für das Ausführen von Programmcode lässt sich außerdem ein Sicherheitsloch in der Komponente COM+ von Windows 2000 und Windows XP mit Service Pack 1 nutzen, was ebenfalls durch eine manipulierte Netzwerknachricht möglich ist. Das Sicherheitsleck steckt ebenfalls in Windows XP mit Service Pack 2 und Windows Server 2003, kann hier jedoch nur von angemeldeten Nutzern dazu verwendet werden, die eigenen Rechte zu erhöhen.
Zwei weitere Sicherheitslücken erlauben Angreifern die Durchführung von Denial-of-Service-Attacken, indem speziell gestaltete Netzwerknachrichten verschickt werden. Beide Lecks treten bei der Prüfung von TIP-Anfragen (Transaction Internet Protocol) im Microsoft Distributed Transaction Coordinator auf und können dafür sorgen, dass der Dienst nicht mehr funktioniert. Der TIP-Dienst ist unter Windows XP und Windows Server 2003 standardmäßig nicht aktiviert. Einen Patch für die vier beschriebenen Sicherheitslücken bietet Microsoft kostenlos zum Download(öffnet im neuen Fenster) an.
In der DirectX-Komponente DirectShow verursacht ein ungeprüfter Puffer eine Sicherheitslücke, über die ein Angreifer beliebigen Programmcode ausführen kann. Dazu muss er seinem Opfer lediglich eine manipulierte AVI-Datei unterschieben, die dann mit einer Software abgespielt wird, die DirectX zur Wiedergabe verwendet. Microsoft selbst stuft die Gefahr des Sicherheitslecks als kritisch ein, hat sich aber dennoch mehr als fünf Monate Zeit gelassen, bis für das von eEye gemeldete Sicherheitsleck nun ein Patch erschienen ist. Microsoft bietet den Patch für die betroffenen DirectX-Versionen 7.x, 8.x und 9.x kostenlos zum Download(öffnet im neuen Fenster) an.
Gleich zwei Sicherheitslecks stecken in der Windows-Shell und betreffen den Umgang mit LNK-Dateien, worüber ein Angreifer beliebigen Programmcode ausführen und sich so eine umfassende Kontrolle über ein System verschaffen kann. Ein Angreifer muss sein Opfer nur dazu bringen, eine präparierte LNK-Datei mit speziellen Eigenschaften zu öffnen, um das eine Sicherheitsloch ausnutzen zu können. Das andere Sicherheitsleck tritt auf, wenn die Dateieigenschaften einer manipulierten LNK-Datei geöffnet werden. Eine entsprechende LNK-Datei könnte etwa auf einer Webseite deponiert werden. Beide Sicherheitslücken stopft Microsoft mit einem bereitstehenden Patch(öffnet im neuen Fenster).
Ein weiteres Sicherheitsleck betrifft Collaboration Data Objects (CDO) von Windows 2000, XP, Windows Server 2003 sowie Exchange 2000 und erlaubt einem Angreifer das Ausführen von Programmcode, indem er dem System manipulierte Nachrichten unterschiebt. Microsoft bietet einen Sicherheits-Patch(öffnet im neuen Fenster) zum Download an, der den Fehler korrigieren soll.
Auch in der Windows-Komponente Client Service für NetWare (CSNW) kann ein Sicherheitsloch durch einen ungeprüften Puffer ausgelöst werden, um beliebigen Programmcode auf ein fremdes System zu schleusen. Microsoft stuft das Sicherheitsrisiko nur als hoch anstatt als gefährlich ein, wohl aus dem Grunde, weil CSNW standardmäßig bei keinem der betroffenen Systeme installiert ist. Ein Patch steht ab sofort für Windows 2000, XP und Windows Server 2003 zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit.
Ein anderes Sicherheitsloch kann in den Plug-and-Play-Funktionen von Windows 2000 und XP von lokalen Angreifern dazu missbraucht werden, um beliebigen Programmcode auszuführen oder sich erweiterte Rechte zu verschaffen. Ein Patch(öffnet im neuen Fenster) kann ab sofort für Windows 2000 und XP heruntergeladen werden. Bis der Patch von Microsoft veröffentlicht wurde, verstrichen 69 Tage, wie eEye mitteilt, die das Sicherheitsloch entdeckt und an Microsoft gemeldet hatten.
Über ein weiteres Sicherheitsloch im Network Connection Manager kann eine Denial-of-Service-Attacke ausgeführt werden, so dass das angegriffene System möglicherweise nicht mehr reagiert. Das Sicherheitsloch betrifft Windows 2000, XP und Windows Server 2003. Auf Systemen mit Windows XP Service Pack 2 und Windows Server 2003 samt Service Pack 1 benötigt ein Angreifer gültige Anmeldeinformationen, so dass kein Angriff aus der Ferne möglich ist. Microsoft bietet Patches für Windows 2000, XP und Windows Server 2003 ab sofort zum Download(öffnet im neuen Fenster) an.
Die genannten Sicherheits-Patches können entweder über die betreffenden Security Bulletins heruntergeladen oder über Microsoft Update bezogen werden.
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