Level 3 vs. Cogent: Letzte Gnadenfrist
Peering soll zunächst bis zum 9. November 2005 fortgesetzt werden
Im Streit um ein neues Peering-Abkommen zwischen den Tier-1-Carriern Level 3 und Cogent hat Level 3 die beiden Netze vorerst wieder zusammengeschaltet, um Nutzern Zeit zu geben, andere Lösungen zu finden. Zu den gegebenen Bedingungen, so Level 3, werde das Peering mit Cogent aber nicht auf Dauer fortgesetzt.
Bislang tauschten Level 3 und Cogent, wie bei Tier-1-Carriern üblich, kostenlos Traffic miteinander aus, was als Peering bezeichnet wird. Doch Level 3 kam nach einer Überprüfung seiner Peering-Abkommen zu dem Schluss, dass der Tausch für Level 3 mittlerweile Nachteile bietet und nicht fair abläuft. Cogent leite deutlich mehr Traffic in das Netz von Level 3 als umgekehrt, so der Vorwurf.
Daraufhin kündigte Level 3 sein Peering-Abkommen mit Cogent entsprechend der vereinbarten Frist von 60 Tagen am 18. Juli 2005. Am 31. August 2005 wurde Cogent dann nochmals darauf hingewiesen, geeignete Maßnahmen im Hinblick auf die Abschaltung des Peerings zu treffen, so Level 3. Anschließend habe man versucht, mit Cogent auf hoher Ebene über Alternativen zu verhandeln, doch dies habe Cogent abgelehnt, es habe aber ein Gespräch mit Cogent-CEO David Schaeffer gegeben.
Doch obwohl Cogent bereits 75 Tage zuvor schriftlich informiert worden war, habe es das Unternehmen versäumt, seine Kunden zu informieren oder sich selbst auf die Abschaltung vorzubereiten, schießt Level 3 gegen Cogent.
Am 6. Oktober 2005 dann habe man das Peering, wie zuvor mehrfach angekündigt, abgeschaltet, so Level 3. Ganz wohl fühlt sich das Unternehmen mit der Entscheidung aber offenbar nicht, denn am vergangenen Freitag, dem 7. Oktober 2005, hat Level 3 das Peering wieder aktiviert, vorerst.
Durch die Abschaltung des Peerings seien auch Internetnutzer ohne eigenes Zutun beeinträchtigt worden, so die Begründung von Level 3. Das Peering soll zunächst bis zum 9. November 2005 aktiv bleiben, so dass die Betroffenen die Chance haben, nach Alternativen Ausschau zu halten. Auch wolle man mit Cogent Gespräche führen, um zu einer vertraglichen Vereinbarung zu kommen. Sollte dies nicht möglich sein, müsse Cogent Abkommen mit anderen Anbietern treffen.
Auch mit anderen Firmen habe man entsprechende Verhandlungen geführt und sei hier ohne größere Probleme zu Vereinbarungen gelangt, betont Level 3.
Cogent gibt sich derweil weiter angriffslustig: Man sei gewillt, Level 3 einen freien Zugang zum eigenen Netz zu gewähren, um Level 3 in seiner finanziellen Situation unter die Arme zu greifen, so Cogent-CEO Dave Schaeffer. Man werde auch über die Festlegung vernünftiger Traffic-Verhältnisse reden.
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