Microsoft "muss OpenDocument unterstützen"
Massachusetts hatte im September 2005 festgelegt, dass zum Austausch von Bürodokumenten zukünftig das freie OpenDocument-Format zum Einsatz kommen muss. Microsoft übte daraufhin heftige Kritik und stellte klar, man selbst wolle OpenDocument nicht unterstützen, da es die Kunden nicht interessiere. Andererseits kündigte Microsoft aber PDF-Unterstützung für Office 12 an, da viele Kunden danach gefragt hätten. Pro Monat hat Microsoft rund 120.000 Anfragen nach PDF-Unterstützung in Office auf seiner Website gezählt.
ZDNet(öffnet im neuen Fenster) zitiert nun aber James Governor von RedMonk, einer Firma, die den IT-Markt analysiert. Seiner Einschätzung nach muss Microsoft zukünftig auch OpenDocument unterstützen, sollten weitere Organisationen sich für das freie Format entscheiden. "OpenDocument ist noch sehr neu und es wird eine Weile dauern, aber ich glaube nicht, dass es 120.000 Anfragen im Monat braucht, um Microsofts Meinung zu ändern. Es braucht nur ein paar weitere Fälle wie Massachusetts", wird Governor zitiert. Er gehe davon aus, dass Microsoft OpenDocument einbauen werde, sobald sie auf Grund fehlender Unterstützung Kunden verlieren.
John McCreesh von OpenOffice.org hingegen findet es komisch, dass Microsoft sich nicht für OpenDocument interessiere: "Vielleicht ist Microsoft glücklich, die US-Bundesstaaten als Kunden zu verlieren", sagte er gegenüber ZDNet. Dies könnte Office-Nutzer zu einer Migration auf OpenOffice.org verleiten. Auch Mark Taylor vom Open-Source-Consortium sieht es als geschäftsschädigend an, OpenDocument zu ignorieren.
Das freie OpenDocument-Format wurde im Mai 2005 von der "Organization for the Advancement of Structured Information Standards" (OASIS) vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein auf XML basierendes Format, das auf Basis des OpenOffice.org-Formats entwickelt wurde. Microsoft ist einer der Hauptsponsoren der OASIS, hat sich aber an OpenDocument nicht beteiligt.
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