Spieletest: Rainbow 6: Lockdown mit der Xbox gegen Terror

Screenshot #5
Screenshot #5
Von der früher viel gescholtenen Dummheit der eigenen Kameraden ist nicht mehr viel übrig geblieben: Sie stehen kaum noch im Weg herum und gehorchen Befehlen fast fehlerfrei. Mit einer speziellen Controller-Tastenkombination kann man eine Lichtsäule an die Stelle setzen, an die die Kameraden laufen sollen. Gezielt und geschossen wird selbstständig und meist so gut, dass man kaum noch etwas zu tun hat. Dennoch kann es vorkommen, dass auch ein Computerkamerad sich mit seiner eigenen Handgranate in die Luft jagt. Für etwas mehr Realismus wurde die automatische Markierung von Zielen ausgeschaltet, so dass man in den meist sehr dunklen Leveln aufpassen muss, nicht zur laufenden Zielscheibe zu werden. In den Optionen lässt sich die Zielhilfe aber wieder aktivieren.

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Screenshot #6
Screenshot #6
Bei den meisten Missionen ist zu spüren, dass sie stark gescripted wurden - an bestimmten Punkten tauchen Gegner auch schon mal aus dem Nichts heraus auf oder stehen wie angewurzelt da, weil ihr Einsatz nach der Spiellogik noch nicht gefragt war. Optisch ist das Spiel gute Durchschnittskost und stellenweise wirklich spannend gemacht - je mehr Treffer man abbekommt, desto schlechter kann man durch die Maske blicken, die Umgebung verwischt förmlich am Fernseher. Ein Herzschlagsensor hilft, Gegner hinter Mauern und Türen zu entdecken. Die Aufklärungstechnik kann natürlich nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden.

Von der akustischen Untermalung her reißt einen Rainbow Six: Lockdown nicht gerade vom Hocker, wenn man von den Nachbarn absieht, die bei voller Surround- und Subwoofer-Unterstützung durchaus den Eindruck gewinnen können, ein SEK sei im Einsatz.

Screenshot #3
Screenshot #3
Der Multiplayer-Modus erlaubt bis zu vier Spielern in dann allerdings arg kleinen Fensterchen auf dem Fernseher, mit- oder gegeneinander anzutreten und entweder sich selbst oder die Terroristen ins virtuelle Nirwana zu schicken. System Link und XBox-Live-Unterstützung mit Erfahrungspunkten, Charakterpflege und eine Liga (Persistent Elite Creation [P.E.C.]) werden ebenfalls geboten und unterstützen bis zu 16 Spieler.

Bei Persistent Elite Creation (P.E.C.) kann man sich eine von vier Spielerklassen aussuchen: einen Kommando-Soldaten, Spec-Ops, Pionier oder Sanitäter, die unterschiedliche Eigenschaften und Bewaffnungen haben. Der Sanitäter kann nicht nur die eigenen Mannen heilen, sondern auch mit Nervengas die Reihen der Gegner lichten. In diesem Modus kann man mit Erfahrungspunkten Ausrüstungsstücke kaufen und seine Soldaten verbessern. Da im Kampf auch Gerätschaften leiden, muss man die erworbenen Erfahrungspunkte teils auch zur Instandhaltung aufwenden.

Fazit:
Arcade-mäßiger als beim Vorgänger Black Arrow geht die Terroristenjagd in "Rainbow Six: Lockdown" weiter. Es wird mehr Wert auf tolle Ausrüstung gelegt, die auch einen Sam Fisher froh machen würde. Der militärische Aspekt des Spiels ist wie auch die Taktik etwas in den Hintergrund gerutscht. Nun ist Lockdown sicherlich kein schlechter Titel - ganz im Gegenteil, er bietet durchaus dem Kaufpreis angemessene Langzeitmotivation, vor allem wenn man nicht nur alleine gegen den Computer, sondern am besten im Netzwerk spielt. Es ist aber auch ein Abschied vom spröden Charme der alten Rainbow-Six-Titel und ein Schritt hin zu einer höheren Massentauglichkeit. Bei der Controller-Steuerung allerdings kann man sich an manchen Tagen schon fast als Zen-Meister fühlen, wenn man trotz mehrfacher Fehlgriffe mit Todesfolge ruhig bleibt.

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