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Trotz Hot-Coffee-Mod: Take-Two-Verlust unter Erwartungen

Bully wird auf 2006 verschoben, Civilization 4 kommt früher. Take 2 Interactive hat Zahlen für sein im Juli beendetes drittes Geschäftsquartal 2005 verkündet. Zwar ist der Verlust angestiegen, aber nicht in dem Maße, wie es zum Teil wegen des Hot-Coffee-Mod-bedingten GTA-San-Andreas-Rückrufs erwartet wurde. Die Teils harte Kritik an den Sex-and-Crime-Spielen des Publishers scheint jedoch angekommen zu sein – so wird Rockstars Internatsrüpel-Simulator Bully auf 2006 verschoben.
/ Christian Klaß
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Bully wurde auf der US-Spielefachmesse E3 Expo im Mai 2005 nur einer Hand voll Journalisten gezeigt. Veröffentlicht wurden nur ein paar Screenshots und eine kurze Beschreibung des für PlayStation und Xbox geplanten Spiels. In der Rolle eines rüpelhaften Schülers gilt es, sich im Internatsalltag zu behaupten – und dabei auch mit weniger zimperlichen Mitteln vorzugehen. Die Ankündigung des Spiels brachte Politiker, Psychologen und Elternvereinigungen auf die Palme, da sie befürchten, dass Bully ein schlechtes Vorbild für Kinder und Jugendliche sein könnte.

Dass Take 2 und Rockstar Games kurz zuvor schon wegen des Hot-Coffee-Mods in die Schlagzeilen kamen und US-Politiker wegen der versteckten Sex-Szenen in "GTA: San Andreas" aus dem Häuschen gerieten, verstärkte die Bully-Vorwürfe noch. Vereinzelt gingen US-Politiker gar so weit, Take 2 als Schande für die ganze Industrie hinzustellen. Der unfreiwillig im Rampenlicht stehende US-Publisher scheint nun etwas vorsichtiger zu sein, denn die Bully-Auslieferung wird nun im Frühjahr 2006 stattfinden und nicht wie erwartet gegen Ende 2005. Gründe dafür gab das Unternehmen aber nicht an, spricht stattdessen nur von einer verlängerten Entwicklungszeit.

Im dritten Geschäftsquartal 2006 wuchs im Vergleich zum Vorjahresquartal zwar der Nettoumsatz von Take-Two von 160,9 Millionen US-Dollar um 6 Prozent auf 169,9 Millionen US-Dollar, dafür stieg der Nettoverlust von 14,4 auf 28,8 Millionen US-Dollar. Einige Analysten hatten deutlich höhere Verluste befürchtet, was sich aber nicht bewahrheitet hat. Take 2 zeigte sich deshalb auch recht zufrieden. Die Verluste durch den GTA-Rückruf habe man recht gut verkraftet.

In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2005 erwirtschaftete Take-Two einen Nettoumsatz von 894,4 Million US-Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es 689,7 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn wuchs in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2005 auf 18,3 Millionen US-Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es nur 2,7 Millionen US-Dollar.

Take-Two machte für den Erfolg vor allem "Grand Theft Auto: San Andreas" (PC, Xbox) verantwortlich. Auch "Midnight Club 3: DUB Edition" für die PSP, das Multiplattform-Spiel zum Film "Charlie und die Schokoladen-Fabrik" und "Sid Meier's Pirates" für die Xbox sorgten für eine positive Entwicklung.

Lediglich für das vierte Geschäftsquartal 2005 muss der Publisher wegen der Bully-Verschiebung und der verzögerten Japan-Einführung von GTA-San-Andreas seine Erwartungen etwas senken. Aufgefangen werden soll dies aber durch eine Vorverlegung des lang erwarteten PC-Strategiespiels "Sid Meier's Civilization IV". Der neue Civilization-Teil könnte es also doch noch 2005 auf den Markt schaffen.

Das Take-Two-Studio Rockstar Games scheint derweil schon an einem neuen GTA-Titel zu werkeln: Take-Two spricht davon, dass die "Fortsetzung einer Rockstar-Marke" für das dritte Geschäftsquartal 2006 geplant ist und 2006 auch eine Erweiterung des Grand-Theft-Auto-Franchise erfolgt. Etwas früher soll von Rockstar noch ein Xbox-360-Spiel erscheinen, von dem bisher nur bekannt ist, dass es ein neuer Titel und keine Fortsetzung sein wird.


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