Handy-Payment: Ärger durch mangelnde Kostentransparenz
Nach Beobachtung der Webseite Dialerschutz.de(öffnet im neuen Fenster) sind viele Betreiber von Dialer-Seiten auf Handy-Payment umgestiegen, seitdem die Regelungen für Dialer verschärft wurden.
Nach Recherchen des ARD-Wirtschaftsmagazins Plusminus verweist die Webseite Hausaufgaben.de der Schmidtlein GbR zum Teil auf nicht verfügbare Inhalte und präsentiert ansonsten alles andere als exklusive Daten. Vielfach erhält man als zahlender Kunde nur leere Seiten bei Hausaufgaben.de. Aber selbst wenn ein Link funktioniert, erhält man frei verfügbare Informationen, die etwa aus dem OBI-Magazin übernommen wurden oder man verweist lediglich auf Berichte von Focus Online. Exklusive Inhalte findet man auf Hausaufgaben.de wohl nicht, obwohl man für einen Preis von täglich 9,98 Euro mehr erwarten dürfte.
Obwohl die verwirrenden Preisangaben auf den Webseiten der Schmidtlein GbR bereits mehrfach aufgefallen sind, hat T-Mobile erst kürzlich den Zahlungsdienstleister Wapme aufgefordert, entsprechende Zahlungen nicht mehr für T-Mobile-Kunden vorzunehmen. Mehrere Mobile-Payment-Angebote sind derzeit für T-Mobile-Kunden gesperrt.
Gegenüber Golem.de erklärte T-Mobile, dass die gesperrten Angebote keinen seriösen Eindruck vermitteln, da es keine Preistransparenz gebe, die für den Nutzer nachvollziehbar ist. So werde der Dienst nur als Abo für täglich 9,98 Euro angeboten. Der Preis stehe nach T-Mobile-Ansicht in keiner Relation zu dem dargebotenen Inhalt. T-Mobile hat die betreffenden Angebote auch gesperrt, weil diese sich vor allem an Kinder und Jugendliche richten.
Wapme sieht kein Problem darin, mit der Schmidtlein GbR weiter zusammenzuarbeiten, die bereits in der Vergangenheit durch verwirrende Preisangaben aufgefallen ist. Nach Plusminus-Recherchen ist die Schmidtlein GbR unter der auf den Webseiten angegebenen Anschrift nicht zu finden, so dass es dem ARD-Wirtschaftsmagazin nicht gelang, mit dem Anbieter in Kontakt zu treten.
Wapme betont, dass das Unternehmen möchte, dass die Zahlungsabwicklung "für den Kunden so transparent wie möglich ist" . Allerdings bleibt die Realität weit hinter diesem selbst gestellten Anspruch zurück. Denn die Webseiten der Schmidtlein GbR gaben in der Vergangenheit immerhin vor Eingabe einer Mobilfunkrufnummer an, dass es sich um ein Bezahlangebot handelt und informierten auch über den Preis, auch wenn die tatsächlich anfallenden Kosten vielfach unklar blieben. Diese für einen Kauf notwendigen Angaben erhält man nun aber erst nach Preisgabe der Mobilfunkrufnummer. Kaum ein Anwender wird diese Änderung als transparenter einstufen.
Nachtrag vom 7. September 2005 um 17:26 Uhr:
Als Reaktion auf den Artikel auf Golem.de hat sich Global Netcom bei der Redaktion gemeldet und die Gründe dafür genannt, warum das erste Popup-Fenster etwa von Vornamen.de keine Preisangaben nennt. Global Netcom betreibt die Technik von Wapme. Nach Aussage von Global Netcom werden die Mobile-Payment-Dienstleistungen je nach Mobilfunknetzbetreiber anders abgerechnet, weil die Netzbetreiber unterschiedliche Zahlungsmethoden zulassen. Damit wird begründet, dass man in dem ersten Popup-Fenster nicht angeben könne, was die Dienstleistung kostet, weil der Preis eben je nach verwendetem Handy-Vertrag variiere. Im Gespräch mit Golem.de konnte Global Netcom jedoch keine Erklärung dafür liefern, warum in dem ersten Popup-Fenster nicht einmal ein Hinweis darauf erscheint, dass man für den angebotenen Inhalt bezahlen muss.



