Mehrraum-Beschallung: Netzwerk-Stereoanlage für Audiophile
Sonos Digital Music System nun auch in Europa erhältlich. Das auch zur Beschallung mehrerer Zimmer gedachte Netzwerk-Stereoanlagen-System des US-Herstellers Sonos kommt nun auch nach Europa. Das Linux-basierte "Sonos Digital Music System" soll vor allem Audiophile ansprechen, die auf Design Wert legen und die hochpreisigen ZonePlayer in mehreren Räumen einsetzen wollen.
Der Sonos ZonePlayer ZP100 beherbergt einen 50-Watt-Verstärker, dient als Subwoofer und erlaubt den direkten Anschluss von herkömmlichen Stereo-Lautsprechern. Zumindest ein ZonePlayer muss per Ethernet ins Heimnetz eingebunden werden. Er kann dann als drahtloser Zugangspunkt für weitere ZonePlayer dienen. Die Einrichtung soll dabei jeweils automatisch geschehen, die Kommunikation zwischen den Geräten erfolgt gesichert über ein eigenes Peer-to-Peer-Mesh-Funknetzwerk namens Sonosnet. Gesteuert wird das Ganze über eine aufwendige Fernbedienung mit Farb-LCD, einigen Tasten und einem kreisrunden Tastfeld.
Die in das Heimnetzwerk eingebundenen ZonePlayer können auf freigegebene Windows- und Mac-Verzeichnisse oder Netzwerkspeicher mit CIFS-Unterstützung zugreifen. Eine eigene Festplatte oder ein optisches Laufwerk bietet der ZonePlayer nicht. Abgespielt werden können in den Kompressionsformaten MP3, WMA, AAC (MPEG-4), Ogg Vorbis und Flac (verlustlose Kompression) vorliegende Musikdateien, Gleiches gilt für unkomprimierte WAVs und AIFFs. Nicht unterstützt werden Microsofts WMA Lossless sowie DRM-geschützte Musikformate, auf Apples iTunes-Songs muss also verzichtet werden.
Der einzige Online-Musik-Dienst, auf den die ZonePlayer zugreifen können, ist Real Networks Rhapsody 3.0. Ebenfalls abgerufen werden können Internet-Radiostationen, von denen Sonos in der Fernbedienung bereits viele voreingetragen hat. Analoge Audioquellen wie etwa CD-Player oder UKW-Radios lassen sich ebenfalls anschließen. Dazu gibt es einen Line-Eingang an jedem ZonePlayer – die Ausgabe kann auch auf den vernetzten ZonePlayern erfolgen.
Die etwa 26 x 21 x 11 cm großen ZonePlayer wiegen je 4,5 kg und werden per internem Netzteil versorgt. Neben dem Anschluss für Lautsprecher und externen Subwoofer, dem Line-Ausgang und dem Line-Eingang verfügt der ZonePlayer nicht nur über eine, sondern über vier Ethernet-Schnittstellen und dient damit auch als 10/100-Mbps-Switch. Bis zu 32 ZonePlayer sollen – bedingt durch die Netzwerk-Bandbreite – vernetzt werden können. Dabei kann entweder für jeden ZonePlayer einzeln festgelegt werden, was abgespielt wird oder alle Geräte geben synchron das Gleiche direkt oder Playlisten-gesteuert wieder. Die Firmware lässt sich online kostenlos aktualisieren, einige neue Funktionen sind bereits in Planung, etwa die Möglichkeit, eigene Hintergrundbilder auf der Fernbedienung einzublenden.
Zumindest die Bedienung wirkte auf einer Präsentation während der IFA 2005 recht einfach und durchdacht, die Einstellmöglichkeiten waren recht umfangreich. So lässt sich etwa für jedes Gerät die Lautstärke einzeln oder für mehrere Geräte festlegen, die stilvolle weiße, aber im Dunkeln vielleicht störende Power-LED deaktivieren und die Musiksammlung schnell durchsuchen. An die im Netz gefundene Musik erinnert sich die intelligente Fernbedienung, die indizierten Dateien werden regelmäßig überprüft und Veränderungen im Datenbestand berücksichtigt. Mit 360 Gramm ungewöhnlich hoch erschien nur das Gewicht der mit Lithium-Ionen-Akku, beleuchteten Tasten und dem QVGA-Farb-LCD (320 x 240 Pixel) bestückten Fernbedienung. An den einzelnen ZonePlayern gibt es leider kein Display und nur rudimentäre Bedienmöglichkeiten.
Der Hersteller sieht sein Sonos Digital Music System als Ersatz für die traditionelle Stereoanlage. Im Vergleich zu einfachen digitalen Media Receivern will man mehr Qualität, Komfort und Funktionen bieten, anders als bei teureren, oft in sich geschlossenen Mehrraum-Audiosystemen will Sonos durch weitgehend drahtlose Anbindung, die Fernbedienbarkeit und ein offeneres System punkten. "Das Sonos Digital Music System liegt zwischen den beiden, oben genannten Produktkategorien. Es ist Multi-Raum-fähig und liegt weit unter dem Preis von Yamaha und Co." , wirbt Sonos.
Die wertigen HiFi-Komponenten, das Design und die aufwendige Fernbedienung des Sonos Digital Music System machen es zu keinem Billigangebot: Das Einführungspaket aus zwei ZonePlayern und der Fernbedienung kostet 1.400,- Euro, in Verbindung mit zwei Lautsprechern muss der Kunde 1.700,- Euro berappen. Der einzelne ZonePlayer ZP100 liegt im Preis bei 560,- Euro, die als Sonos Controller bezeichnete Fernbedienung CR100 kostet 460,- Euro und die Sonos-Lautsprecher schlagen einzeln mit 200,- Euro zu Buche. Das erst mit dem Start der IFA 2005 auf den deutschen Markt eingeführte System kann bisher nur über Holland oder über die Sonos-Homepage unter www.eu.sonos.com(öffnet im neuen Fenster) bestellt werden. Eine optionale Dockingstation für die Fernbedienung soll später folgen.
Wer es nicht zur IFA 2005 nach Berlin schafft, um sich Sonos Technik präsentieren zu lassen, dem bleibt bis zur Nennung von lokalen Händlern nur die Online-Produktdemo(öffnet im neuen Fenster) von Sonos.