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Handy-Payment: Regierung kritisiert Mobilfunkindustrie

ARD-Magazin Plusminus nimmt Handy-Payment ins Visier. Die Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) hat auf aktuelle Beschwerden von Verbrauchern über Handy-Payment reagiert und die Mobilfunkindustrie für ihr Verhalten kritisiert. Gegenüber dem ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus sprach sich Künast dafür aus, dass sich die Mobilfunkunternehmen nicht zu Inkassofirmen machen dürften.
/ Ingo Pakalski
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Plusminus greift die mehrfach auf Golem.de berichteten Betrugsversuche auf. Damit werden vor allem Kinder und Jugendliche angesprochen, die unbedarft ein Abo per Handy-Bezahlung eingehen und dafür schnell viel Geld für Informationen loswerden, die vielfach auch kostenlos im Internet zu finden sind.

Verschiedene Webseiten wie hausaufgaben.de, schuldino.de oder malvorlagen.de stellen ihre Inhalte erst nach Bezahlung zur Verfügung, was nur im Abonnement möglich ist. Dieses verursacht schon mal tägliche Kosten von bis zu 9,98 Euro. Innerhalb einer Woche muss man dann rund 70,- Euro für den Besuch einer Webseite berappen.

Gegenüber dem ARD-Wirtschaftsmagazin äußerte sich Verbraucherschutzministerin Renate Künast zu den Vorkommnissen: "Die Mobilfunkunternehmen dürfen sich an dieser Stelle nicht zu Inkassounternehmen machen. Da gilt es jetzt, zu reagieren und die Unternehmen aufzufordern, aus diesen Systemen komplett auszusteigen." Wer im Internet Geschäfte machen wolle, der sei "dringend gehalten, Regelungen einzuführen und die auch knallhart einzuhalten" , so Künast gegenüber Plusminus.

Nach Aussage von Plusminus seien bereits zahlreiche Verbraucher auf diese Maschen hereingefallen, die für belanglose Inhalte bis zu 170,- Euro zahlen mussten. Plusminus kritisiert, dass eine Kündigung eines abgeschlossenen Abonnements nicht beim Mobilfunkanbieter, sondern nur über das Internet möglich sei. In einem Fall sollen die täglichen Abbuchungen selbst nach erfolgter und bestätigter Kündigung weitergegangen sein.

Das ARD-Wirtschaftsmagazin beklagt, dass die Mobilfunkanbieter auf die Inhalteanbieter verweisen und selbst untätig bleiben. Einzig T-Mobile habe die Einwahl nach den ARD-Recherchen gesperrt. Die von den Inhalteanbietern bestehenden Forderungen bestehen nach Plusminus-Ansicht zu Recht, auch wenn die anfallenden Kosten oft nur versteckt angegeben sind.

Plusminus widmet sich dem Thema am heutigen 6. September 2005 in der ARD, wo das Wirtschaftsmagazin um 22:15 Uhr ausgestrahlt wird.


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