Samsung M70 - Das erste 19-Zoll-Widescreen-Notebook
4,4-kg-Brocken mit 10-ms-Desktop-LCD auf der IFA 2005 in Aktion zu sehen. Vor allem für Grafiker, Architekten und Spielefans ist Samsungs erstmals auf der IFA 2005 zu sehendes Notebook mit 19-Zoll-Breitbild-Bildschirm interessant. Das laut Samsung erste Gerät der 19-Zoll-Klasse bietet noch einige andere Besonderheiten: Das hochauflösende Display des M70 stammt aus dem Desktop-Bereich, lässt sich abnehmen und als normaler Monitor nutzen.
Das 19-Zoll-Breitbild-LCD bietet eine Auflösung von 1.680 x 1.050 Bildpunkten (WSXGA+) bei einem Kontrast von 600:1, einer Helligkeit von 280 cd/qm und einer Reaktionszeit von 10 ms. Dabei können 72 Prozent der Farbskala (Color Gamut) dargestellt werden, was für Notebooks ebenfalls ungewöhnlich ist. Dreht man das Notebook um und entriegelt zwei seitliche Scharniere, so kann das LCD vom Notebook abgenommen und in einer Docking-Station als normaler Monitor mit DVI- und VGA-Schnittstelle genutzt werden. Damit wird die Arbeit mit dem M70 im Büro ergonomischer, verspricht Samsung.
Dank des großen Gehäuses fand auch eine Tastatur mit Ziffernblock sowie Sonder- und Funktionstasten Platz auf dem M70, Unterschiede zur Desktop-Tastatur ergeben sich nur durch die etwas nach unten verschobenen Pfeiltasten und den weggelassenen Tastenblock zur Navigation in Dokumenten (Einfügen, Entfernen, Bildlauf usw.). Letztere Funktionen stehen Notebook-typisch über mehrfach belegte andere Tasten zur Verfügung.
Im M70 soll ein schneller Pentium M seinen Dienst verrichten, Samsung listet bei den möglichen Prozessoren auch den von Intel noch nicht offiziell eingeführten Pentium M 790 mit voraussichtlich 2,4 GHz Taktfrequenz. Als Chipsatz kommt der Intel 915 PM in Verbindung mit einem leistungsfähigen Nvidia-Grafikchip vom Typ GeForce Go 6600 mit eigenem Speicher (modellabhängig 64 oder 128 MByte) zum Einsatz.
Zum Speicherausbau des M70 hat der Hersteller bisher nur verlauten lassen, dass er zwischen 256 MByte und einem GByte liegt – sinnvollerweise werden es aber wohl eher 512 MByte oder vielmehr 1 GByte DDR2-SDRAM (533 MHz) sein. Die Festplattengröße wird bei 80 oder 100 GByte liegen, dazu kommen ein Dual-Layer-DVD-Brenner sowie ein Speicherkartenleser für Memory Stick (auch Pro), MMC, SD- und XD-Card – CompactFlash wird leider nicht unterstützt.
Bei drahtlosen Verbindungen per WLAN unterstützt das Centrino-Gerät die IEEE-Standards 802.11a, b und g (Intel Pro/Wireless 2915ABG). Zu den weiteren Schnittstellen zählen Gigabit-Ethernet, USB 2.0, Firewire 400 und ein PC-Card-Steckplatz, der auch zur Unterbringung der Infrarot-Fernbedienung genutzt wird. Ein TV-Ausgang scheint zu fehlen, er taucht zumindest in den Datenblättern nicht auf. Für Raumklang sorgt ein optischer SPDIF-Ausgang, im Gerät selbst stecken Stereo-Lautsprecher mit Subwoofer für 2.1-Kanal-Klang.
Um als DVD-, MP3- oder Foto-Player zu dienen, kann auch ein alternatives Betriebssystem gestartet werden, das nach 12 Sekunden mit der Wiedergabe loslegen kann. Auf das Booten von Windows kann so verzichtet werden. Auch wenn das Gerät auf der Messe noch mit integriertem analogen Fernseh-Tuner bestückt war, wird es in Europa aber erst einmal ohne ausgeliefert – die Einstufung als Unterhaltungselektronik würde den Preis sonst um 15 Prozent steigern. Ein Modell mit DVB-T ist derzeit nicht in Planung.
Samsung will das neue High-End-Notebook mit dem für ein Notebook riesig wirkenden LCD den Kunden vor allem als mobilen Desktop-Ersatz schmackhaft machen. Wer es mitnehmen will, muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass das 3,9 cm hohe Notebook mit einer Kantenlänge von 43,5 x 31,4 cm recht groß ist und 4,4 kg auf die Wage bringt. Samsung betont aber, dass man sich viel Mühe bei der Gewichtsreduktion gegeben habe und das Gewicht dem von einigen 17-Zoll-Notebooks der Konkurrenz entspreche. Ein Langläufer ist das M70 zudem nicht, bei voller Last soll es etwas über 2 Stunden durchhalten, wenn es weniger viel zu tun hat soll es aber bis zu 5 Stunden schaffen.
Das Samsung-Notebook M70 soll Ende Oktober 2005 inklusive Windows XP Home oder Professional auf den Markt kommen, der Preis wird voraussichtlich bei etwa 2.000,- Euro liegen. Genaueres dazu will Samsung später bekannt geben.