AMD schießt zurück: Intel hält die Preise künstlich hoch
Am 27. Juni 2005 hatte AMD in den USA gegen Intel wegen Monopolmissbrauchs Klage erhoben – und da auch die Mühlen der US-Justiz langsam mahlen, streiten sich die beiden Kontrahenten vorerst über die Presse.
AMD wirft Intel vor, weltweit PC-Hersteller mit diversen Anreizen wie dem Bonusprogramm "Intel Inside" davon abgehalten zu haben, Athlons und Opterons zu verbauen. Intel wies dies in dieser Woche zurück und entgegnete, AMD habe den Streit nur vom Zaun gebrochen, um die Preise zu erhöhen.
Das ließ der ewige Zweite im Prozessorgeschäft natürlich nicht auf sich sitzen und veröffentlichte prompt eine neue Pressemitteilung. Darin meint AMDs Vizepräsident für rechtliche Angelegenheiten, Thomas M. McCoy: "Angesichts dessen, was sie zu verbergen versuchen, ist Intels Antwort nicht überraschend, die Fakten eines illegalen Monpolmissbrauchs sind jedoch klar und unwiderlegbar." In Reaktion auf Intels jüngste Mitteilung meint McCoy: "Intels illegale Aktivitäten zwingen Kunden und Konsumenten, künstlich hoch gehaltene Preise zu zahlen und schränken deren Möglichkeiten ein, sich für die besten verfügbaren Produkte zu entscheiden."
Wie schon beim Monopolstreit um Microsoft gilt es in dieser Auseinandersetzung zu beachten, dass Monopole in den USA nicht ungesetzlich sind. Microsoft wurde jedoch vorgeworfen, mit dem faktischen Monopol bei Betriebssystemen auch ein solches im Browser- und Multimedia-Markt erzwungen zu haben. AMD wiederum unterstellt Intel, deren mutmaßliches Monopol sei mit unlauteren Mitteln erreicht worden. [von Nico Ernst]



