Abo
  • Services:

DMCA als Waffe gegen ungeliebte Add-ons für Spiele

Blizzard gewinnt auch das Berufungsverfahren gegen BnetD-Entwickler

In dem Rechtsstreit um BnetD, die Open-Source-Alternative zu Blizzards Online-Spiele-Netzwerk Battle.net, haben die Entwickler Combs, Crittenden und Tim Jung nun erneut eine Niederlage einstecken müssen. Das zuständige Bundesgericht verbot unter Berufung auf den bei Kritikern als fortschrittsfeindlich geltenden Digital Millennium Copyright Act (DMCA) nicht nur das Reverse-Engineering, sondern stellte auch fest, dass Selbiges schon durch Nutzungsbestimmungen rechtlich bindend untersagt werden könne.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Spielserver-Software BnetD, von den Entwicklern unter BnetD.org bis zur Klage seitens Blizzard auch selbst betrieben, erlaubte es Käufern von Blizzard-Spielen wie Diablo 2, eigene Multiplayer-Spiele einzurichten und zusätzliche Funktionen zu nutzen, anstatt für Netzwerkspiele per Internet an Blizzards geschlossenen und von Cheatern gebeutelten Battle.net-Spieleservice gebunden zu bleiben.

Stellenmarkt
  1. STÖBER Antriebstechnik GmbH + Co. KG, Pforzheim
  2. University of Stuttgart, Stuttgart

Die Bürgerrechtsvereinigung Electronic Frontier Foundation (EFF) hat die drei Entwickler gegen Blizzard vertreten, um deren Recht zu wahren, Software per Reverse Engineering analysieren und auf Basis der Ergebnisse neue Software entwickeln zu dürfen, die mit alter Software zusammenarbeitet. Das Bundesgericht folgte dieser Argumentation nicht und entschied zu Gunsten Blizzard, deren Nutzungsbestimmungen Netzwerkspiele reglementieren, untersagen, Battle.net zu modifizieren und Blizzards Urheberrechte an der Software zu verletzen.

Blizzard sieht sich durch die kostenlose Server-Software vor allem deshalb geschädigt, weil damit auch raubkopierte Blizzard-Titel zum Online-Spielen genutzt werden können, was mit Battle.net durch Überprüfung des CD-Keys vereitelt werde. Damit habe BnetD den Kopierschutz ausgehebelt, was nach DMCA untersagt ist.

Das Gericht bestätigte laut EFF, dass der US-Kongress mit dem umstrittenen DMCA bei dem expliziten Schutz vor Reverse Engineering und Add-on-Innovationen zu enge und schwache Regeln geschaffen hat, um Erfinder vor Klagen zu schützen, wenn ihre Produkte - auch ohne ihr Wissen oder Zutun - für unerlaubtes Kopieren einzusetzen. Darüber sieht die EFF durch das Gerichtsurteil bestätigt, dass das Klicken auf das übliche Klicken auf den "I Agree"-Knopf zur Bestätigung der EULA sowohl Konsumenten als auch Wettbewerber aus dem Markt für Add-on-Innovationen gedrängt werden können.

Das nun vom Bundesgericht gefällte Urteil sei deshalb nicht nur schlecht für Spieler, sondern könnte auch verheerend für die Software-Industrie sein, heißt es seitens EFF-Anwalt Jason Schultz. Schultz weiter: "[Das Urteil] vereitelt jede Add-on-Innovation eines Wettbewerbers, an der sich Kunden mit ihren legal erworbenen Produkten erfreuen könnten." Dabei sei gerade dieser Bereich einer der kreativsten und wirtschaftlich förderlichsten für Software, das Urteil werde nun die Investitionen und die Entwicklung verlangsamen.

"Diejenigen, die behauptet haben, dass der DMCA Reverse-Engineering nicht bedroht, sind einfach im Unrecht", ergänzt Schultz. "Der DMCA ist ein mächtiges wettbewerbsfeindliches Werkzeug geworden und das bedeutet, dass Konsumenten weniger innovative Produkte auf dem Markt finden werden."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 54,95€
  3. (-79%) 8,49€
  4. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 14.11.)

informatiker 17. Sep 2005

Wie würd es dir gefallen, wenn du etwas programmierst und jemand baut das ganze dann...

Bloody Mary 03. Sep 2005

Zumindest die EULA ist in EU absolut NICHTIG, da man diese VOR dem Kauf hätte lesen müssen!

Mitdenker 03. Sep 2005

na Test123 Endlich mal jemand mit Hirn und Herz. Gibt es viel zu wenig von. In den...


Folgen Sie uns
       


Shadow of the Tomb Raider - Golem.de live Teil 1

In Teil 1 im Livestream zu Shadow of the Tomb Raider gibt es zahlreiche Grafik-Menüs, schöne Screenshots und Laras Start in die Apokalypse.

Shadow of the Tomb Raider - Golem.de live Teil 1 Video aufrufen
Augmented Reality: Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone
Augmented Reality
Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone

Derzeit ist viel von einer Augmented Reality Cloud die Rede. Golem.de hat mit dem Berliner Startup Visualix über den Stand der Technik und künftige Projekte für Unternehmenskunden gesprochen - und darüber, was die Neuerungen für Pokémon Go bedeuten könnten.
Ein Interview von Achim Fehrenbach

  1. Jarvish Motorradhelm bringt Alexa in den Kopf
  2. Patentantrag Apple plant Augmented-Reality in der Windschutzscheibe
  3. Magic Leap Lumin OS Erste Bilder des Betriebssystems für Augmented Reality

Campusnetze: Das teure Versäumnis der Telekom
Campusnetze
Das teure Versäumnis der Telekom

Die Deutsche Telekom muss anderen Konzernen bei 5G-Campusnetzen entgegenkommen. Jahrzehntelang von Funklöchern auf dem Lande geplagt, wollen Siemens und die Automobilindustrie nun selbst Mobilfunknetze aufspannen. Auch der öffentliche Rundfunk will selbst 5G machen.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Funklöcher Telekom bietet freiwillig hohe 5G-Netzabdeckung an
  2. 5G Telekom hat ihr Mobilfunknetz mit Glasfaser versorgt
  3. Stadtnetzbetreiber 5G-Netz kann auch aus der Box kommen

Galaxy A9 im Hands on: Samsung bietet vier
Galaxy A9 im Hands on
Samsung bietet vier

Samsung erhöht die Anzahl der Kameras bei seinen Smartphones weiter: Das Galaxy A9 hat derer vier, zudem ist auch die restliche Ausstattung nicht schlecht. Aus verkaufspsychologischer Sicht könnte die Einstufung in die A-Mittelklasse bei einem Preis von 600 Euro ein Problem sein.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Auftragsfertiger Samsung startet 7LPP-Herstellung mit EUV
  2. Galaxy A9 Samsung stellt Smartphone mit vier Hauptkameras vor
  3. Galaxy J4+ und J6+ Samsung stellt neue Smartphones im Einsteigerbereich vor

    •  /