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PlayStation Portable - Ab heute in Europa erhältlich

Marktstart mit Spielen, Filmen und Musikvideos auf UMD-Datenträgern. Wie an den aus den Zeitungen entgegenflatternden Prospekten unschwer zu sehen ist, erfolgte am heutigen 1. September 2005 wie angekündigt die Europa-Markteinführung der PlayStation Portable (PSP). Sony bewirbt das mobile Gerät nicht nur als Spiele-Handheld, sondern auch als Film-, Musik- und Foto-Abspieler.
/ Christian Klaß
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Die portable PlayStation wird als "PSP Value Pack" zum Preis von 249,95 Euro angeboten. Neben der PSP (Modell-Nummer PSP-1001K) sind ein Lithium-Ionen-Akku, ein Netzteil, ein für die Multimedia-Fähigkeiten des Geräts unterdimensionierter Memory Stick Duo (32 MByte), eine schwarze Schutztasche, eine Trageschlaufe, ein LCD-Reinigungstuch, ein weißer Kopfhörer und eine Universal Media Disc (UMD) mit Videos, Musik und Spielewerbung enthalten. Den ersten Geräten liegt zudem ein Gutschein für die Spielfilm-UMD Spider-Man 2 bei, die der Kunde nach Registrierung von Sony Computer Entertainment postalisch erhält.

Einige Händler bieten die PSP optional auch im Paket mit zwei Spielen an, auf Zwangsbündelung – wie es teilweise zur Einführung in den USA der Fall war – wird hingegen verzichtet. Die spätere Auslieferung in Europa hat zumindest den Vorteil, dass Sony und Partner zum Start mehr Spiele parat haben. Dabei liegt nicht nur Sonys PSP preislich deutlich über dem Nintendo DS, für die PSP-Spiele gilt das Gleiche: Während die PSP-Spiele erst für 47,- bis 49,- Euro zu haben sind, kosten die Nintendo-DS-Titel teils deutlich unter 40,- Euro.

Die auf UMD angebotenen Spielfilme, meist Action-Titel, und Musikvideos liegen preislich bei 18,- bis 20,- Euro – was sie im Vergleich zu DVD eher unattraktiv macht. Dies gilt umso mehr, da es genügend Windows-Tools gibt, mit denen sich digital vorliegende Videos selbst bequem ins MPEG-4-Format umkodieren und vom Memory Stick Duo abspielen lassen.

Fraglich ist zudem, ob Musikvideos auf der PSP wirklich einen Zusatznutzen bringen, denn die von der PSP vom Memory Stick abspielbaren MP3-Dateien laugen die Akkus nicht so stark aus. Wer mit den Multimedia-Fähigkeiten der PSP liebäugelt, kommt um einem Memory Stick Pro Duo mit über 512 MByte Kapazität kaum herum – dann hat man aber ein Gerät, das reine mobile Media-Player unattraktiv erscheinen lässt.

Näheres zur PSP-Hardware findet sich in unserem Test anlässlich der Markteinführung in Japan im Dezember 2004. Mittlerweile hat Sony einiges an der Firmware verbessert, so verfügt die mit WLAN ausgestattete PSP mittlerweile über einen recht gut funktionierenden Web-Browser und Berichten aus Japan zufolge erwägt der Hersteller, auch einen E-Mail-Client zu entwickeln.

Zum Leidwesen privater Tüftler hat Sony Computer Entertainment bei den neuen Firmware-Versionen auch immer wieder Sicherheitslücken geschlossen, mit denen selbst geschriebene Programme ausgeführt werden konnten – angesichts der im Netz bereits zu findenden unerlaubten Spiele-UMD-Images ist das allerdings wenig überraschend.

Obwohl die meisten PSP-Spiele die WLAN-Funktion zum lokalen Vernetzen von zwei bis acht Spielern nutzen und die PSP über WLAN per Browser auch online gehen kann, scheint es eine wirkliche Online-Strategie – abgesehen von geplanten Bezahl-Downloads – seitens Sony derzeit nicht zu geben. Um online zu gehen, müssen Kunden auf offene Hotspots hoffen oder die Daten für einen Access Point selbst eingeben, was technisch weniger versierte Kunden eher überfordern dürfte. Dass es zumindest in Hinsicht auf weltweite Netzwerkspiele über das Internet auch anders geht, will Nintendo mit dem DS ab Oktober 2005 zeigen. Nintendo-DS-Spieler sollen dann über ein möglichst dichtes WLAN-Provider-Netz ohne Anmeldeprozedur kostenlos weltweit gegen- und miteinander antreten können. Auf Web-Browsing oder E-Mail muss dabei allerdings verzichtet werden, die PSP kann also mehr, erfordert aber auch mehr Einarbeitung.


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