Spyware in World of Warcraft?

Viel Wind um nichts? Weiter Unsicherheit bei den Spielern

Blizzard versucht beim Online-Rollenspiel World of Warcraft (WoW) mögliche Betrügereien direkt auf den Rechnern der Spieler zu entdecken - fraglich ist, warum dabei auch auf Verzeichnisse zugegriffen wird, die normalerweise der Internet Explorer nutzt. Die Angst davor, ausspioniert zu werden und die Frage danach, wie weit die Entwickler in ihrem Kampf gegen Betrüger gehen dürfen, sorgt trotz mehrerer Aussagen von Blizzard für aufgeregte Diskussionen.

Artikel veröffentlicht am ,

Blizzard behält sich in seinen Nutzungsbedingungen von World of Warcraft das Recht vor, Informationen einzuholen, um "Cheatern" auf die Spur zu kommen. Für helle Aufregung in der Community sorgt jedoch der Umstand, dass sich die Programmdatei des Spiels in den Verzeichnissen des Internet Explorers umsieht. Dabei wird auch auf den Cache, die Cookies und den Verlauf zugegriffen.

Stellenmarkt
  1. IT-Systemadministrator (m/w/d)
    Stadt Nürtingen, Nürtingen
  2. IT-Projektleiter (w/m/d) in der Logistik
    SSI SCHÄFER IT Solutions GmbH, Dortmund
Detailsuche

Um zu den aufgekommenen Diskussionen Stellung zu beziehen, schreibt ein Support-Mitarbeiter im WoW-Forum: "Blizzard hat in seinen Spielen schon immer eine aggressive Haltung gegenüber Betrügern vertreten." Weiter heißt es: "Wie in unseren Nutzungsbedingungen ausgeführt, ist dies eine Maßnahme, um faire Spieler und die Integrität des Spieles zu schützen. Informationen, die wir einholen, dienen einzig und allein zur Identifikation von Betrügern in World of Warcraft und zu keinem anderen Zweck. Bitte beachtet auch, dass diese Informationen nicht an Stellen außerhalb von Blizzard gelangen."

Warum die Programmdatei auf diese Verzeichnisse zugreift, darüber hüllt sich Blizzard jedoch in Schweigen. So spekulieren einige Spieler im Forum, dass Blizzard den Internet Explorer in das Spiel integriert hat, da viele Texte im Spiel in HTML vorliegen. Andere behaupten, Blizzard spioniere das Nutzungsverhalten der Spieler aus und glauben, dass das Besuchen einer Website, welche Cheat-Programme anbietet, zu einer Kontensperrung führen kann.

Auch der Aufruf der Kontenverwaltung soll über den Internet Explorer realisiert werden. Zumindest dieser Punkt lässt sich jedoch leicht entkräften, ein Umstellen des Standard-Browsers genügt hier, damit das Spiel einen anderen Browser aufruft.

Ob es von Seiten Blizzards überhaupt sinnvoll ist, den Internet Explorer zu benutzen, mag indes bezweifelt werden. Der Mac-Client von World of Warcraft hat keinen Zugriff auf den Internet Explorer. Zudem sollte sich bei der Nutzung zweier vorgefertigter Browser-Engines das Umsetzen von proprietärem Code schwierig gestalten. Andere Spiele wie etwa Eve Online nutzen hier einen eigenen, meist einfachen Browser - so haben die Entwickler mehr Kontrolle auf die Darstellung.

Auch andere Programme, wie das im Forum aufgeführte Winamp, greifen direkt beim Start auf Verzeichnisse des Internet Explorers zu. Bei Winamp und verschiedenen anderen Programmen ist der Internet Explorer jedoch integriert, daher greift die Programmdatei direkt auf diese Verzeichnisse zu und erzeugt dort auch Dateien.

Wie viel Wahrheit in den Vermutungen steckt, kann wohl nur Blizzard beantworten. An den Reaktionen der Kunden ist jedoch zu sehen, dass Blizzards Informationspolitik erneut eher zu mehr Verwirrung statt für Aufklärung sorgt. Immerhin versichert Blizzard aber, dass "diese Scans keine persönlichen Informationen überprüfen bzw. beinhalten". Weitere Informationen möchte man nicht preisgeben, da man befürchtet, den Vorsprung gegenüber den Cheatern zu verlieren. [von Andreas Sebayang]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Alex22 07. Jul 2006

Es geht ja nicht nur um den Internetexplorer. Blizzard liest auch alle Fenstertexte...

feryy dogyy 23. Nov 2005

KillSpy is the only anti-spyware solution you need - it combines all important features...

Mixza 19. Aug 2005

Klar, es ist nicht OK, was Blizzard hier veranstaltet. Wenn ich will, dass in meinem...

tachauch 16. Aug 2005

Dass sich viel reverse-engineeren lässt ist klar. Wie du aber schon selber sagst...

Sicaine_t 16. Aug 2005

Ja so is das. Mitn Sniffer sieht man doch sehr schön was wie wo mitgeschickt wird...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
New World im Test
Amazon liefert ordentlich Abenteuer

Konkurrenz für World of Warcraft und Final Fantasy 14: Amazon Games macht mit dem PC-MMORPG New World momentan vor allem Sammler glücklich.
Von Peter Steinlechner

New World im Test: Amazon liefert ordentlich Abenteuer
Artikel
  1. Nasa: Sonde Lucy erfolgreich zu Jupiter-Asteroiden gestartet
    Nasa
    Sonde Lucy erfolgreich zu Jupiter-Asteroiden gestartet

    Erstmals sollen Asteroiden in der Umlaufbahn des Jupiter untersucht werden. Der Start der Raumsonde Lucy ist laut Nasa geglückt.

  2. Pornoplattform: Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben
    Pornoplattform
    Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben

    Xhamster ist und bleibt Heimat für zahlreiche rechtswidrige Inhalte. Doch ohne zu wissen, wer profitiert, wusste man bisher auch nicht, wer verantwortlich ist.

  3. Whatsapp: Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei
    Whatsapp
    Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei

    Ein Vater nutzte ein 15 Jahre altes Nacktfoto seines Sohnes als Statusfoto bei Whatsapp. Nun läuft ein Kinderpornografie-Verfahren.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 40€ Rabatt auf Samsung-SSDs • ADATA XPG Spectrix D55 16-GB-Kit 3200 56,61€ • Crucial P5 Plus 1 TB 129,99€ • Kingston NV1 500 GB 35,99€ • Creative Sound BlasterX G5 89,99€ • Alternate (u. a. AKRacing Core SX 248,99€) • Gamesplanet Anniv. Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /