Erste Grafikkarten mit neuem Chip bereits lieferbar. Der bereits seit Wochen durch den Gerüchtewald rauschende Grafikchip GeForce 7800 GT ist jetzt von Nvidia offiziell enthüllt worden – nachdem ein Händler die Ankündigung bereits vorwegnahm. Der 7800 GT ist nur wenig langsamer als der 7800 GTX, aber bis zu 100,- Euro günstiger.
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Wie schon der auf 500-Euro-Grafikkarten angesiedelte 7800 GTX ist auch der 7800 GT mit Preisen um 400,- Euro nur für die Zielgruppe der Spielefans gedacht, die aktuellste DirectX-9-Titel in hohen Auflösungen bis zu 1.600 x 1.200 Punkten mit allen Optionen zur Bildverbesserung wie Anti-Aliasing und anisotropischer Filterung spielen wollen.
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Wurde der 7800 GTX relativ gut unter Verschluss gehalten, so tauchten bereits Anfang Juli 2005 erste Meldungen zur GT-Variante auf. Wenig später folgten die ersten Benchmarks. Diese sind jetzt durch Nvidia bestätigt: Der GeForce 7800 GT ist kaum langsamer als ein 7800 GTX. Laut Nvidias eigenen Tests ist er dabei immer noch 20 Prozent schneller als der 6800 Ultra. Damit dürften die Preise auch für diese ehemaligen High-End-Modelle bald ins Rutschen kommen.
Die hohe Leistung zieht der GT aus 20 Pixel-Pipelines, der GTX verfügt über 24 derartige Einheiten. Auch die Taktraten sind nur wenig geringer gewählt: 400 MHz für die GPU und 500 MHz für die 256-MByte-DDR3-Speicher empfiehlt Nvidia. Einige Hersteller werden aber vermutlich bald serienmäßig übertaktete GT-Karten anbieten, die dann in diesem Punkt das Niveau nicht bereits übertakteter GTX-Karten erreichen, die mit 430/600 MHz daherkommen. Auch der 7800 GT lässt sich im Doppelpack als SLI-Konfiguration betreiben, allerdings kommt man dabei laut Nvidia nicht um ein Netzteil mit mindestens 500 Watt herum.
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Die von Nvidia gezeigten Grafikkarten mit 7800 GT scheinen auf demselben Platinen-Design wie beim GTX zu basieren. Sie sind weiterhin recht lang, belegen aber nur den PCI-Express-Grafiksteckplatz (PEG) und ragen nicht in einen benachbarten Steckplatz hinein. Trotzdem ist es für eine gute Kühlung nicht ratsam, in diesen eine Karte mit voller Bauhöhe einzusetzen. Mit Strom werden die GT-Karten über den PEG-Slot und den eigens für PCI-Express-Grafikkarten vorgesehenen externen Anschluss versorgt. Der Lüfter ist, wie auch schon bei der GTX, gegenüber früheren High-End-Karten von Nvidia deutlich leiser geworden und fällt im geschlossenen Gehäuse nur wenig auf. Auch die GT-Modelle sind wie schon beim GTX vorerst nur für PCI-Express, nicht jedoch für AGP-Steckplätze verfügbar.
Die meisten der aktuell angekündigten und teils schon verfügbaren GT-Karten basieren auf Nvidias Referenz-Design. Je nach Ausstattung mit Spielen und Zusatzsoftware verlangen die Hersteller zwischen 399,- Euro (Gigabyte, Sparkle) und 429,- Euro (Asus, Gainward). Asus hat mit seiner "EN7800GT Blue LED Edition" bereits eine Karte angekündigt, die sich durch eine andere Platinenfarbe und einen eigenen Kühlkörper mit blau beleuchtetem Lüfter vom Rest abhebt. Diese Karte, die ebenfalls 429,- Euro kosten soll, will Asus innerhalb der nächsten beiden Wochen ausliefern.
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Aus den ursprünglich für den deutschen Markt vermuteten Preisen von konstant unter 400,- Euro für die GT-Boards ist leider nichts geworden. Nvidia empfiehlt in den USA einen Preis von 449,- US-Dollar, immerhin liegen die Euro-Preise dank des günstigen Wechselkurses und der einheitlichen Mehrwertsteuer etwas darunter. Auf stark fallende Preise für den 7800 GT sollte man indes nicht hoffen, auch der GTX kostet je nach Anbieter meist noch über 500,- Euro. Dank der geringen Mehrleistung erscheint der GTX jetzt wirklich nur noch für Luxusnaturen interessant. Die neue Mittelklasse hat Nvidia mit dem 7800 GT zweifelsohne nicht definiert, für diesen Bereich wird die 6800er-Serie durch die stetig fallenden Preise immer interessanter.
Mit dem 7800 GT gibt es einen weiteren Grund für ATI, sich keine Zeit zu lassen – Nvidias 7800er-Serie hat ATI mit seinen schnellsten X800/X850-Chips nur wenig entgegenzusetzen. Bis jetzt hat ATIs mittlerweile wohl schon drei Mal für serienreif erklärter Grafikchip R520 auf sich warten lassen. Solange er nicht auf dem Markt ist, gibt es für Nvidia und Partner auch keinen Grund, die 7800er-Serie günstiger zu machen. Auch für den Fall, dass der R520 bald kommt, will Nvidia unbestätigten Angaben zufolge unmittelbar mit einer "Ultra"-Version des GTX kontern. Nvidias zukünftige Highend-Karten werden aber nach Aussage von Nvidia-Vize Dan Violi in Zukunft nicht mehr so heißen, da die Kunden durch die langen Zeiten zwischen Ankündigung und Lieferbarkeit die Gleichung "Ultra = Unavailable" gezogen hätten. [von Nico Ernst]