Hollywood zuliebe: Mehr Kopierschutzmechanismen für Blu-ray
Der Blu-ray Kopierschutz sieht drei Komponenten vor: Das schon für die HD-DVD geplante Advanced Access Content System(öffnet im neuen Fenster) (AACS) soll es Kunden ermöglichen, wohlgemerkt nur wenn der Inhalteanbieter dies erlaubt, die erworbenen Inhalte im eigenen Netzwerk und nach Konvertierung auf verschiedenen Endgeräten betrachten zu können. Für die so erstellten erlaubten Kopien sollen bestehende Rechteverwaltungssysteme unterstützt werden. Die Adoption von AACS muss noch endgültig beschlossen werden, laut BDA müssen noch die finalen Spezifikationen und Lizenzbedingungen abgesegnet werden.
Die zweite Komponente nennt sich "ROM Mark", eine bei der BD-ROM-Produktion angeblich unsichtbar und unfälschbar aufgebrachte Markierung. Ohne diese Identifikationsmarkierung sollen etwa Filme, Musik und Spiele von BD-ROM-Medien nicht abgespielt werden können. Mit dieser Maßnahme will die BDA vor allem der professionellen unerlaubten Vervielfältigung einen Riegel vorschieben. Das nötige Mastering-Equipment soll nur Blu-ray-Lizenznehmern zur Verfügung stehen.
Die dritte und wohl am stärksten eingreifende Komponente namens BD+ berücksichtigt die Firmware-Neuprogrammierung von Blu-ray-Playern, womit nicht nur Sicherheitslücken geschlossen, sondern auch gehackte Firmware-Versionen beseitigt werden können. BD+ betrifft nur Player, die "angegriffen" wurden, wie es die BDA ausdrückt, nicht jedoch solche, die nur "anfällig" für Firmware-Hacks, aber nicht betroffen sind und weiterhin "ordnungsgemäß funktionieren" .
Eine ähnliche Technik will Sony einsetzen, um die Firmware für das Spiele-Handheld PlayStation Portable in Zukunft auch mittels Spiele-UMDs zu aktualisieren. Fragt sich, ob schon das Deaktivieren der wenig geliebten Regional-Codes als Hack gesehen wird und wer die Verantwortung für eine fehlgeschlagene Neuprogrammierung der Blu-ray-Player übernimmt.
Die Blu-ray Disc ist sowohl für hochauflösendes Video als auch speicherintensive Software-Anwendungen gedacht. Eine Single-Layer-Scheibe soll bis zu 25 GByte und eine Double-Layer-Scheibe bis zu 50 GByte Daten speichern. Deutlich höhere Kapazitäten sind bereits in Planung und Entwicklung. Wie es in Bezug auf die konkurrierenden Formate HD-DVD und Blu-ray weitergeht, bleibt abzuwarten – noch sieht es so aus, als ob die Industrie und auch die Kunden mit zwei zueinander inkompatiblen DVD-Nachfolge-Formaten leben müssen.
Die Industrievereinigung BDA umfasst 140 Mitglieder und wird geleitet durch Apple, Dell, Hewlett-Packard, Hitachi, LG Electronics, Mitsubishi Electric, Panasonic (Matsushita Electric), Pioneer, Royal Philips Electronics, Samsung Electronics, Sharp, Sony und TDK, Thomson. Aus Hollywood sind die Filmstudios Twentieth Century Fox und Walt Disney Pictures and Television im Board of Directors vertreten.



