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PSP-Export unerwünscht: Sony klagt gegen Lik-Sang.com

Nach erfolgreicher Klage gegen britische Importeure nun Klage in Hongkong. In England ist Sony bereits erfolgreich gegen Grauimporteure vorgegangen, welche die in Europa erst ab September 2005 offiziell verkaufte PlayStation Portable (PSP) anboten. Nun nimmt Sony auch den in Hongkong sitzenden Videospiel-Versender Lik-Sang.com ins Visier, der ebenfalls die PSP in alle Welt verschickt – was seitens Lik-Sang mit Überraschung aufgenommen wird.
/ Christian Klaß
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Wie auch in England führt Sony in einer in Hongkong eingereichten Klage Markenrechtsverletzungen durch den PSP-Export nach Großbritannien und auch Europa als Gründe an und hofft, dies nun gerichtlich unterbinden zu können. Zudem wirft Sony dem asiatischen Online-Shop vor, die laut Lik-Sang frei verfügbare PSP-Anleitung im Juni 2005 in der eigenen News-Sektion veröffentlicht und damit Urheberrechte verletzt zu haben.

Die Lik-Sang zeigt sich gegenüber den Vorwürfen in einer Pressemitteilung überrascht: Am 14. Juni sei man bereits gewarnt worden, die Anleitung selbst und sogar Links auf die Sony-Website zu entfernen, wäre diesem aber sofort nachgekommen. Zudem seien die Gesetze in Hongkong in Bezug auf parallelen Handel eindeutig: Es sei in Hongkong erlaubt, alles zu verkaufen, was einmal in Hongkong zum Verkauf eingeführt wurde. In Bezug auf den Verkauf der PSP nach Europa will sich der Händler dementsprechend nicht einschüchtern lassen.

Lik-Sang.com gehört mittlerweile zu Pacific Game Technology, einem in Hongkong ansässigen Unternehmen, das keine Niederlassungen in Großbritannien betreibt. "Das Unternehmen untersucht derzeit die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten gegen Sonys zynische Versuche, den erfolgreichen Online-Handel erneut zu stören sowie Marktkontrolle und Publizität zu erlangen" , heißt es kämpferisch seitens Lik-Sang.com. Bis dahin sollen weiter PSPs nach Europa exportiert werden.

Für den Lik-Sang-Marketing-Manager Pascal Clarysse ist Sonys Vorgehen der aggressivste Schachzug, den ein Konsolenhersteller bisher gegen die eigenen Kunden geführt habe. Sony versuche, Hardcore-Spielern den Zugriff auf in Japan oder sonstwo veröffentlichte Titel zu verwehren. "Ein sehr aktiver Teil der Gaming-Community hat sich seit über zwei Dekaden an der japanischen Spielkultur erfreut, das ist es, was das Imperium nun zerstören will" , schießt Clarysse in Richtung Sony.

Sony Computer Entertainment Deutschland hatte gegenüber Golem.de angegeben, nicht gegen die Spieler selbst, sondern nur gegen die Händler vorgehen zu wollen. Man sei sich bewusst, welchen Wert die Early Adopters hätten, zumal es davon vergleichsweise wenige gebe. Fragt sich nur, wie die von Lik-Sang.com als Hardcore-Spieler bezeichneten Fans bei Laune gehalten werden sollen, wenn Exporte komplett unterbunden werden sollen – zumal Sony durch dankenswerten Verzicht auf eine Länderbeschränkung für Spiele selbst den Weg geebnet hat und die Geräte mit mehrsprachiger Benutzerführung ausstattet.

Das Angebot von Lik-Sang.com war bereits zuvor Stein des Anstoßes: Der ehemalig vom Videospielzubehöranbieter Lik Sang International Limited betriebene Shop wurde im November 2001 dem neu gegründeten Unternehmen "Pacific Game Technology" übergeben , das auch einen Großteil der Lik-Sang-Angestellten übernahm. Die ehemalige Geschäftsleitung musste sich 2002 voll auf Modchip-Klagen seitens Nintendo , Sony sowie Microsoft konzentrieren, konnte ihr Geschäft auf Grund eingefrorener Konten nicht fortsetzen und verlor bzw. einigte sich mit den drei großen Konsolenherstellern. Seitdem gibt es auch keine Mod-Chips mehr unter Lik-Sang.com(öffnet im neuen Fenster) .


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