Axel Springer übernimmt ProSiebenSat.1
Alle vier Sender der Gruppe – Sat.1, ProSieben, kabel eins und N24 – seien profitabel. Gemeinsam erreichten sie im 1. Halbjahr 2005 mit 30,5 Prozent den bisher höchsten Zuschauermarktanteil in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde von 189 Millionen Euro in 2003 auf 321 Millionen Euro in 2004 deutlich gesteigert, was nahezu einer Verdoppelung der Marge von 10 auf 18 Prozent entspricht.
Axel Springer beabsichtigt, seine bestehende Beteiligung an ProSiebenSat.1 von derzeit rund 12 Prozent auf 100 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien und 25 Prozent der nicht-stimmberechtigten Vorzugsaktien zu erhöhen. Im Zuge einer geplanten Verschmelzung von Axel Springer und ProSiebenSat.1 sollen die Vorzugsaktionäre von ProSiebenSat.1 Vorzugsaktien an dem zusammengeführten Unternehmen erhalten. Im Vorfeld haben die Vorzugsaktionäre von ProSiebenSat.1 die Möglichkeit, ein von Axel Springer zu unterbreitendes öffentliches Übernahmeangebot in bar anzunehmen.
Mit dem bisherigen Großaktionär P7S1 Holding L.P., der von der German Media Partners kontrolliert wird, schloss der Konzern eine bindende Vereinbarung über den Anteilserwerb. Der Kaufpreis beinhaltet eine Barkomponente von 22,60 Euro je Stammaktie sowie einen Aktienanteil, der in Axel Springer Stammaktien beglichen wird und 0,77 Euro je Stammaktie entspricht. Der Gesamtpreis pro Stammaktie beträgt somit 23,37 Euro. Für die Vorzugsaktien zahlt das Unternehmen 14,10 Euro je Aktie.
Nach der Übernahme wird Springer 62,5 Prozent des Gesamtkapitals und sämtliche Stimmrechte an ProSiebenSat.1 halten. Haim Saban soll künftig Vorsitzender des TV-Beirats und außerdem Aktionär des fusionierten Medienunternehmens werden.
Axel Springer strebt mittelfristig eine Verschmelzung der beiden Unternehmen an. Friede Springer wird nach Abschluss der Transaktion und einer etwaigen Kapitalerhöhung aber weiterhin die Mehrheit der Stimmrechte an dem zusammengeführten Unternehmen halten.



