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Chinas "Godson II"-Prozessor ist ein MIPS-Plagiat

Serienproduktion bereits aufgenommen. Allmählich werden weitere Details zu dem in der Chip-Branche heiß diskutierten "Godson II" bekannt, den China derzeit in Eigenregie entwickelt. Laut einem Interview mit dem Branchen-Newsletter "Microprocessor Report" handelt es sich um eine nicht autorisierte Kopie der 1995 eingeführten RISC-Architektur MIPS .
/ Christian Klaß
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Erste Meldungen zum Godson II machten bereits im April 2005 die Runde. Demnach wollte die "Chinese Academy of Sciences" einen Prozessor für den heimischen Markt entwickeln, der befehlskompatibel zu den RISC-Prozessoren von MIPS sein sollte.

Wie der Microprocessor Report aber jetzt berichtet(öffnet im neuen Fenster) , soll die CPU nur "zu 95 Prozent" MIPS-kompatibel sein. Dem Artikel liegt ein Interview mit dem Godson-Chefentwickler Weiwu Hu zugrunde. Der Microprocessor Report bezeichnet Godson II wörtlich als "unautorisierte Variante" des R10000 von MIPS, der 1995 auf den Markt kam und unter anderem Workstations von SGI antrieb.

Der Godson II soll ohne Lizenzierung durch MIPS entwickelt worden sein und bereits seit dem zweiten Quartal 2005 in kleinen Stückzahlen gefertigt werden. Trotz der möglichen rechtlichen Schwierigkeiten prophezeit der Microprocessor Report dem Godson II eine strahlende Zukunft. Die CPU könnte nicht nur in chinesischen PCs, sondern auch in Geräten der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden.

Damit hat China reichlich Erfahrung: Viele der international erhältlichen Billig-DVD-Player stammen aus dem Reich der Mitte und erreichen ihre Tiefstpreise häufig vor allem durch das Weglassen von Lizenzzahlungen für die DVD-Standards, wie Golem.de bereits berichtete . [von Nico Ernst]


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