Windows Vista Beta 1 veröffentlicht

Auch die Dienste sollen besser gegen ungewöhnliche Aktivitäten abgeschottet werden können, dies beinhaltet das Dateisystem, die Registry und das Netzwerk. So will Microsoft verhindern, dass Malware ein System befällt. Weitere "Anti-Malware-Funktionen" sollen dafür sorgen, dass Würmer, Viren und andere Schadprogramme während eines Updates erkannt und entfernt werden.
Neue Funktionen zum Schutz von Daten sollen das Risiko mindern, dass Dritte Einblick in die auf PCs und Notebooks gespeicherten Daten erhalten, auch wenn ein Computer gestohlen wurde. Dazu erlaubt es Windows Vista, einzelne Volumes komplett zu verschlüsseln, vor allem um andere Betriebssysteme vom Zugriff abzuhalten. Die Schlüssel werden dabei in einem Trusted Platform Model (TPM) der Version 1.2 gespeichert. So wird auch die gesamte Systempartition samt Hibernation-Datei und Nutzerdaten geschützt.
Trotz der neuen Sicherheitsfunktionen soll Windows Vista im Vergleich mit Windows XP ganz allgemein die Systemleistung erhöhen. Im Einzelnen verspricht Microsoft einen schnelleren Systemstart, da Login-Scripte und der Start von Applikationen künftig im Hintergrund ausgeführt werden. Darüber hinaus verspricht Microsoft ein "überlegenes" Speicher- und I/O-Management, durch das Windows Vista schneller reagieren soll, insbesondere wenn es darum geht, das Startmenü oder eine Datei zu öffnen.
Umfangreiche Neuerungen erfährt mit Windows Vista auch die Bedienoberfläche, allerdings sind einige der Neuerungen in der Beta 1 noch nicht enthalten. Dennoch bietet die Beta 1 eine Vorschau auf den neuen Look ("Aero") und einige der neuen Funktionen von Windows Vista in diesem Bereich. Zum überarbeiteten Windows-Aussehen gehören auch neue Fenster-Animationen und halbdurchsichtige Fenster sowie ein neu gestaltetes Startmenü mit Applikationssuche.
Eine neue Oberfläche erhält auch der Synchronization-Manager. Er erlaubt es nun, eine Synchronisation manuell anzustoßen, mittendrin abzubrechen oder den Status der Synchronisations-Aktivitäten anzuzeigen. Mit der Funktion lassen sich wie unter Windows XP Daten zwischen dem PC und Netzwerklaufwerken abgleichen.
Das "Windows Pre-installation Environment" (PE) soll es Administratoren darüber hinaus erlauben, Windows offline zu konfigurieren und Diagnosen durchzuführen, noch bevor der Setup-Prozess startet. Das "Application Compatibility Toolkit" (ACT) soll helfen, die Applikationen zu identifizieren und zu analysieren, die nicht auf Windows Vista migriert werden können. Häufig auftretende Fehler sollen von Windows Vista auch automatisch erkannt und korrigiert werden können – die Zahl der notwendigen Neustarts soll so minimiert werden.
Ein verbesserter Task-Scheduler kann zudem auf bestimmte Ereignisse reagieren und Tasks starten. Die "Web Services for Management" (WS-Management) sollen es erleichtern, Scripte aus der Ferne auszuführen. Die gesamte Kommunikation kann dabei verschlüsselt werden. Mit der Microsoft Management Console 3.0 (MMC 3.0) steht zudem ein einheitliches Framework für Management-Werkzeuge bereit.
Die Windows Vista Beta 1 enthält auch eine erste Beta der "Windows Presentation Foundation", vormals unter dem Namen Avalon bekannt, sowie der "Windows Communication Foundation", ehemals "Indigo". Beide gehören zum neuen WinFX-Programmierungs-Modell, das Windows .Net erweitert.
Die Beta 1 von Windows Vista soll ab sofort an Beta-Tester ausgeliefert werden und steht auch über MSDN(öffnet im neuen Fenster) und TechNet(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung. Auch die Beta 1 des Internet Explorer 7 ist ab sofort im Rahmen des Technical Beta Programms und per MSDN verfügbar, so Microsoft. Eine erste Beta des kommenden Windows Server, der noch immer auf den Codenamen Longhorn hört, soll nur einer kleinen Gruppe von Testern über das Technical Beta Programm zur Verfügung gestellt werden.
Während Windows Vista 2006 erscheinen soll, ist eine Final-Version der Server-Variante von Longhorn erst für 2007 geplant.