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Windows Vista Beta 1 veröffentlicht

Beta 1 von Windows Vista und Internet Explorer 7 stehen zum Download bereit. Wie erwartet, hat Microsoft nun eine erste Beta-Version von Windows Vista – vormals Longhorn – veröffentlicht. Die Beta 1 von Microsofts Windows-XP-Nachfolger wird an rund 10.000 Beta-Tester im Rahmen des "Windows Vista Technical Beta Program" sowie an weitere Tester per MSDN und TechNet ausgeliefert.
/ Jens Ihlenfeld
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Mit Windows Vista will Microsoft Windows von Grund auf verbessern, im Fokus stehen dabei vor allem die Bereiche Sicherheit, Bereitstellung (Deployment), Verwaltbarkeit (Manageability) und Leistung. So wartet Windows Vista mit einem neuen und verbesserten Rechte-Management auf, bei dem Administratoren unter anderem die Rechte der Nutzer in einzelnen Bereichen einschränken können.

Auch die Dienste sollen besser gegen ungewöhnliche Aktivitäten abgeschottet werden können, dies beinhaltet das Dateisystem, die Registry und das Netzwerk. So will Microsoft verhindern, dass Malware ein System befällt. Weitere "Anti-Malware-Funktionen" sollen dafür sorgen, dass Würmer, Viren und andere Schadprogramme während eines Updates erkannt und entfernt werden.

Neue Funktionen zum Schutz von Daten sollen das Risiko mindern, dass Dritte Einblick in die auf PCs und Notebooks gespeicherten Daten erhalten, auch wenn ein Computer gestohlen wurde. Dazu erlaubt es Windows Vista, einzelne Volumes komplett zu verschlüsseln, vor allem um andere Betriebssysteme vom Zugriff abzuhalten. Die Schlüssel werden dabei in einem Trusted Platform Model (TPM) der Version 1.2 gespeichert. So wird auch die gesamte Systempartition samt Hibernation-Datei und Nutzerdaten geschützt.

Von den neuen Sicherheitsfunktionen soll unter anderem der Internet Explorer 7 profitieren , der in der Windows Vista Beta 1 bereits in einer Vorabversion enthalten ist.

Trotz der neuen Sicherheitsfunktionen soll Windows Vista im Vergleich mit Windows XP ganz allgemein die Systemleistung erhöhen. Im Einzelnen verspricht Microsoft einen schnelleren Systemstart, da Login-Scripte und der Start von Applikationen künftig im Hintergrund ausgeführt werden. Darüber hinaus verspricht Microsoft ein "überlegenes" Speicher- und I/O-Management, durch das Windows Vista schneller reagieren soll, insbesondere wenn es darum geht, das Startmenü oder eine Datei zu öffnen.

Der neue Stromsparmodus "Sleep State" soll zudem den Standby-Modus mit der Sicherung von Daten und geringem Stromverbrauch – ähnlich wie Hibernate – kombinieren. Zudem können im Sleep-Modus Akkus ausgetauscht werden, ohne dass laufende Applikationen gefährdet sind, da die Applikationsdaten auf der Festplatte gesichert werden. Der Start aus dem Sleep-Modus soll dabei nur einige Sekunden dauern.

Umfangreiche Neuerungen erfährt mit Windows Vista auch die Bedienoberfläche, allerdings sind einige der Neuerungen in der Beta 1 noch nicht enthalten. Dennoch bietet die Beta 1 eine Vorschau auf den neuen Look ("Aero") und einige der neuen Funktionen von Windows Vista in diesem Bereich. Zum überarbeiteten Windows-Aussehen gehören auch neue Fenster-Animationen und halbdurchsichtige Fenster sowie ein neu gestaltetes Startmenü mit Applikationssuche.

So soll das Suchen und Finden von Informationen einfacher werden, denn Windows Vista wartet mit einem neuen Organisations-Konzept auf, Virtual Folder genannt. Hier werden Suchanfragen gespeichert, so dass später leicht auf solche Daten-Sammlungen zurückgegriffen werden kann. Ähnliche Konzepte finden sich in modernen E-Mail-Clients wie beispielsweise Evolution. Zudem erhält jedes Explorer-Fenster – einschließlich dem Internet Explorer – eine neue Box zur "Schnellsuche".

Eine neue Oberfläche erhält auch der Synchronization-Manager. Er erlaubt es nun, eine Synchronisation manuell anzustoßen, mittendrin abzubrechen oder den Status der Synchronisations-Aktivitäten anzuzeigen. Mit der Funktion lassen sich wie unter Windows XP Daten zwischen dem PC und Netzwerklaufwerken abgleichen.

Für eine leichtere Verteilung des Betriebssystems auf mehrere Computer unterstützt Windows Vista ein neues Format namens "Windows Imaging" (WIM). Eine einzelne Datei kann damit eine oder mehrere komplette Windows-Installationen enthalten. Um dabei den Speicherplatz klein zu halten, werden die Daten komprimiert und mehrfach vorhandene Dateien nur einmal abgelegt.

Das "Windows Pre-installation Environment" (PE) soll es Administratoren darüber hinaus erlauben, Windows offline zu konfigurieren und Diagnosen durchzuführen, noch bevor der Setup-Prozess startet. Das "Application Compatibility Toolkit" (ACT) soll helfen, die Applikationen zu identifizieren und zu analysieren, die nicht auf Windows Vista migriert werden können. Häufig auftretende Fehler sollen von Windows Vista auch automatisch erkannt und korrigiert werden können – die Zahl der notwendigen Neustarts soll so minimiert werden.

Ein verbesserter Task-Scheduler kann zudem auf bestimmte Ereignisse reagieren und Tasks starten. Die "Web Services for Management" (WS-Management) sollen es erleichtern, Scripte aus der Ferne auszuführen. Die gesamte Kommunikation kann dabei verschlüsselt werden. Mit der Microsoft Management Console 3.0 (MMC 3.0) steht zudem ein einheitliches Framework für Management-Werkzeuge bereit.

Mobile PCs sollen künftig Geräte in ihrer Umgebung finden und sich mit diesen verbinden können, beispielsweise um eine Präsentation über einen Projektor an die Wand zu werfen – egal ob mit oder ohne Kabel verbunden.

Die Windows Vista Beta 1 enthält auch eine erste Beta der "Windows Presentation Foundation", vormals unter dem Namen Avalon bekannt, sowie der "Windows Communication Foundation", ehemals "Indigo". Beide gehören zum neuen WinFX-Programmierungs-Modell, das Windows .Net erweitert.

Die Systemvoraussetzungen für Windows Vista will Microsoft unterdessen noch nicht nennen – frühestens im Sommer 2006 sollen sie feststehen. Als ungefähre Richtschnur gibt Microsoft derzeit ein System mit 512 MByte Speicher, einer DirectX-9.0-fähigen Grafikkarte und einem modernen Prozessor – Pentium oder Athlon – an.

Die Beta 1 von Windows Vista soll ab sofort an Beta-Tester ausgeliefert werden und steht auch über MSDN(öffnet im neuen Fenster) und TechNet(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung. Auch die Beta 1 des Internet Explorer 7 ist ab sofort im Rahmen des Technical Beta Programms und per MSDN verfügbar, so Microsoft. Eine erste Beta des kommenden Windows Server, der noch immer auf den Codenamen Longhorn hört, soll nur einer kleinen Gruppe von Testern über das Technical Beta Programm zur Verfügung gestellt werden.

Während Windows Vista 2006 erscheinen soll, ist eine Final-Version der Server-Variante von Longhorn erst für 2007 geplant.


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