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Der Ruf der Wildnis? Vögel zwitschern Handyklingeltöne

... aber mutieren nicht zum bekloppten Küken. Laut Beobachtungen von Mitarbeitern des Naturschutzbundes (NABU) imitieren in freier Wildbahn lebende Vögel immer öfter die Klingeltöne von Mobiltelefonen. Vor allem Dohle, Star und Eichelhäher sollen die Handyklingeltöne mittlerweile so gut imitieren, dass sogar Vogelexperten der akustischen Täuschung erliegen würden.
/ Christian Klaß
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"Die Vögel können diese Töne täuschend echt nachmachen. Das hat parallel zum Handy-Boom zugenommen" , erklärte Richard Schneider vom NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen. Den Grund für das vermehrte Telefon-Gezwitscher sehen die Natürschützer darin, dass auch scheue Waldvögel wie der Eichelhäher wegen der Nahrung immer öfter in die Städte ziehen, die zudem durch die aufgelockerte Bauweise auch wieder mehr Grünflächen bieten würden, so Schneider.

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Dabei würden sich die Tiere ihrem neuen Lebensumfeld anpassen und die Geräusche der Menschen imitieren. "Sie folgen in ihrer Entwicklung keinem starren Schema. Das ist eine Spielwiese der Evolution" , so die Beobachtungen des NABU-Experten. Die klassischen Klingeltöne entsprechen dem natürlichen Stimmenrepertoire der Vögel am ehesten – elektrische Musik oder Disco-Songs können die Vögel hingegen noch nicht imitieren, nur einfachere Klingelzeichen.

Naturliebhaber müssen aber keine Sorge haben, dass Vögel bald nur noch Handy-Melodien zwitschern, denn ihrem artgleichen Gesang sollen sie dennoch treu sein. Eine ganze Reihe Vögel singt einer NABU-Mitteilung aber nicht nur auf der Partnersuche oder um Territorien abzustecken. Das Singen fremder Töne entspräche vielmehr der Natur der Vögel und diene manchmal als Täuschungsmanöver.


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