Infineon auf dem Weg zum Billig-Handy mit AAA-Akkus
Derzeit liegen die Produktionskosten für besonders günstige Handys laut Infineon bei rund 35,- US-Dollar – mit der neuen Chip-Plattform für "Ultra-Preiswert-Handys" soll sich dies auf knapp unter 20,- US-Dollar senken lassen. In diesen Kosten sind das komplette Telefon mit Tastatur und Display, eine Software für SMS- und Telefonfunktion sowie Akkus, Ladegerät, Gebrauchsanweisung und Verpackung enthalten.
Das Besondere dabei: Es kommen handelsübliche wiederaufladbare Standard-Akkus zum Einsatz, wie etwa Nickel-Metallhydrid-(NiMH-)AAA-Mikrozellen. Damit will Infineon eine Stand-by-Zeit von mehr als zehn Tagen und eine reine Sprechzeit von über vier Stunden erreichen. Auf "technische Spielereien wie z.B. Kamerafunktion, Aufnahme und Abspielen von Videosequenzen, Internet-Browser oder Handy-Spiele" verzichtet Infineon eigenen Angaben zufolge ebenso wie auf einen Lithium-Ionen-Akku.
Ein Billig-Mobiltelefon mit Infineons neuer Technik soll auf weniger als 100 elektronische Komponenten kommen – im Gegensatz zu bisher etwa 150 bis 200. Möglich wird dies durch einen Infineon-Baustein, der den Prozessor sowie die Sende- und Empfangselektronik in sich vereint. Damit können einige Kondensatoren, Filter und Widerstände entfallen und der Platzbedarf für den elektronischen Teil im Handy-Inneren um ein Drittel auf etwa 3 Quadratzentimeter gesenkt werden.
Ab dem ersten Quartal 2006 ist Infineons Plattform in Serienproduktion geplant. Infineons Ultra-Preiswert-Handys könnten wenige Monate darauf weltweit im Handel sein, so das Unternehmen. Dabei ist Infineon nicht das erste Unternehmen, das günstige Handy-Chips in Aussicht stellt – die GSM Association (GSMA) und Motorola wollen jeweils Handys für nicht ganz so eindrucksvolle 30,- US-Dollar ermöglichen, während Philips nicht nur die 20-US-Dollar, sondern schon bald die 15-US-Dollar-Marke unterschreiten will. Auch hier konzentriert man sich jeweils auf Basisfunktionen von Handys.