Münchens Umstellung auf Linux verzögert sich
Die Planung der IT-Umstellung gestaltete sich schwieriger als angenommen. Der stellvertretende Leiter des Projekts 'Linux in München' (LiMux)(öffnet im neuen Fenster) , Florian Schießl, sagte Focus: "Die IT-Strukturen der Stadtverwaltung sind viel komplexer als erwartet."
Der zukünftige Basis-Client der Stadtverwaltung soll auf der freien Linux-Distribution Debian GNU/Linux basieren, die aber spezifisch an die Bedürfnisse der Stadtverwaltung angepasst werden soll.
Die bayerische Landeshauptstadt unterhält elf Referate und 17 eigenständige IT-Abteilungen. Jede Abteilung hat ihren Teil der städtischen PCs selbst konfiguriert und häufig mit Spezialsoftware bestückt, die erst für Linux umprogrammiert werden müsste. Focus zufolge ist bisher keine Abteilung zu Linux gewechselt. "Wir stimmen zurzeit noch die Anforderungen ab" , so Schießl. Frühestens Mitte 2006 würden die ersten Rechner von Windows Abschied nehmen.
Um das Ziel 2008 doch noch zu erreichen, müsste die Linux-Abteilung der bayerischen Landeshauptstadt ab Juni 2006 pro Woche mehr als 140 Rechner umstellen, 200 Mitarbeiter umschulen, Updates aufspielen und den Betrieb der neuen Stadt-IT sicherstellen.
Damit das Projekt nicht weiter in Verzug gerät, hat die Stadtregierung nun externe Berater ins Boot geholt: "Wir haben die Firma IABG mit der Kontrolle des Projekts beauftragt" , bestätigte Stadträtin Strobl dem Focus. Die IABG soll sicherstellen, dass weder Kosten noch Zeitaufwand des LiMux-Projekts aus dem Ruder laufen.