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Façade: KI-Spiel mit handfestem Ehestreit

Interaktives Drama lässt den Spieler die Entwicklung der Geschichte bestimmen. Andrew Stern und Michael Mateas haben nach fünf Jahren Entwicklungszeit das Spiel Façade fertig gestellt, das einen Durchbruch im Bereich der künstlichen Spiele-Intelligenz darstellen soll und zudem das Genre des interaktiven Dramas aus der Taufe hervorheben will. Das Spiel steht als 800-MByte-Installationsdatei über BitTorrent kostenlos zum Download bereit.
/ Christian Klaß
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Beide Entwickler von Façade konnten bereits früher einschlägige Erfahrung im Bereich der künstlichen Intelligenz sammeln; Andrew Stern als Mitentwickler der Dogz und Catz Reihe und Michael Mateas als Assistant Professor of Computer Science and Literature, Communication and Culture beim Georgia Institute of Technology.

Für Façade gründeten die beiden Procedural Arts. Das Studio will in Zukunft weitere Spiele entwickeln, Façade soll hierfür ein Prototyp sein, mit dem das Publikum an ein neues Genre, das "interaktive Drama", herangeführt werden soll.

Façade soll sich von anderen Spielen dadurch unterscheiden, dass der Spieler selbst Einfluss auf die geschichtliche Entwicklung nimmt. Die Entwickler sprechen von "Holodeck-style interactions", der Spieler nimmt also ähnlich wie bei den Holodecks im Star-Trek-Universum direkt Teil an dem Geschehen. Seine Äußerungen und Gesten werden von den beiden Charakteren entsprechend aufgenommen und umgesetzt. Dabei soll ein "innovativer Text Parser" sicherstellen, dass die KI-Charaktere den Spieler verstehen.

In dem Spiel wird man in die Rolle eines langjährigen Freundes von Grace und Trip versetzt, einem "attraktiven und erfolgreichen Ehepaar" in den frühen Dreißigern. An einem Abend, bei einem Treffen in ihrer Wohnung, werden die Dinge jedoch ungemütlich und es kommt vor den Augen des Spielers zu einem handfesten Streit zwischen den Ehepartnern. Während der Spieler englischen Text eintippt, sind die Konversationen des KI-Pärchens mit gelungener englischer Sprachausgabe unterlegt. Englisch ist derzeit die einzige Sprache, die verstanden wird.

Die beiden Hauptcharaktere Grace und Trip sollen auch ohne Zutun des Spielers ihre Eheprobleme offenbaren, die beiden warten also nicht darauf, dass der Spieler etwas anklickt, sondern legen einfach los. Man kann also auch einfach nur zuschauen, wie die beiden sich gegenseitig mit Vorwürfen bombardieren – passives Verhalten führt allerdings zu entsprechenden Kommentaren des Pärchens und letztlich zum Rauswurf aus ihrer Wohnung. Wer sich einmischt, kann die Leben von Grace und Trip nachhaltig beeinflussen – zum Positiven oder Negativen.

Das Interessante hierbei ist, inwieweit durch unterschiedliches Handeln Grace und Trip in eine andere Richtung gelenkt werden können. So wird es sicher nicht beim einmaligen Durchspielen bleiben. Die KI des Spieles kontrolliert nicht nur die gesprochenen Aussagen der beiden Charaktere, sondern auch deren Gesten und emotionale Gesichtsausdrücke, also das gesamte Verhalten.

Façade ist zurzeit nur für den PC erhältlich, für eine Mac-Portierung suchen die beiden Entwickler noch jemanden, der bereit dazu wäre. Die Portierung soll nicht allzu schwer sein, da die Spielgrafiken in OpenGL implementiert wurden.

Die Mindestanforderung des Spiels sind ein Windows-Rechner (XP, 2000 oder ME) mit einem 1,6 GHz schnellen Prozessor, 1 GByte Festplattenspeicher und mindestens 256 MByte RAM. Façade soll auf langsameren Rechnersystemen nicht starten. Leider misst das Spiel dabei die tatsächliche Taktfrequenz der CPU ohne Berücksichtigung der Effizienz, auf einem Athlon XP 1700+ lief das Spiel nicht, wohl aber auf einem Testsystem mit Athlon 64 3800+.

Das rund 800 MByte große Spiel kann bei Interactivestory.net frei über BitTorrent heruntergeladen(öffnet im neuen Fenster) werden. Alternativ stehen auf der Download-Seite(öffnet im neuen Fenster) auch ein Gamespot Mirror (Registrierung erforderlich) und eine Bestellmöglichkeit (14,- US-Dollar plus Versand) zur Verfügung. Das Spiel ist Freeware und die Entwickler betonen, dass eine Weitergabe ausdrücklich erwünscht ist. [von Andreas Sebayang]


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