Microsoft denkt über offizielle Xbox-Klone nach
Microsofts Gründer und Chairman Bill Gates hat in einem Interview mit der japanischen Zeitung am 29. Juni 2005 ein paar Andeutungen gemacht, dass man erwäge, die zu Grunde liegende Software der Xbox an verschiedene Fremdfirmen zu lizenzieren. Im Moment werde die Idee, anderen Firmen die Herstellung Xbox-kompatibler Produkte zu ermöglichen, noch Microsoft-intern diskutiert. Microsoft selbst werde weiterhin selbst Xbox-Konsolen herstellen, Microsoft habe aber laut Gates keine Probleme damit, wenn Partner kompatible Geräte mit zusätzlichen Funktionen anbieten. Gegenüber Associated Press bestätigte ein Microsoft-Japan-Sprecher Gates' Aussagen.
Mit der Strategie scheint Microsoft versuchen zu wollen, die Vormachtstellung von Sony Computer Entertainment zu brechen – bisher über 90 Millionen verkaufte PlayStation-2-Konsolen zu übertrumpfen wird keine leichte Aufgabe. Sofern Microsoft sich für die Strategie entscheidet, anderen Herstellern die Produktion von eigenen Xbox-Geräten zu ermöglichen, dürften entsprechende Produkte wohl zuerst im Unterhaltungselektronik-Bereich zu finden sein.
Ganz neu ist die Idee, Konsolentechnik an andere zu lizenzieren, übrigens nicht: Panasonic brachte bereits in Zusammenarbeit mit Nintendo eine Kombination aus DVD-Player und GameCube namens "Q" heraus. Panasonic hatte das ungewöhnliche, exklusive Gerät Anfang 2002 auf dem japanischen Markt eingeführt, aber Ende 2003 die Q-Produktion eingestellt. Das außerhalb Japans höchstens als Grauimport zu bekommende Gerät war im Vergleich zum "normalen" GameCube recht teuer.
Ende 2005, voraussichtlich im November, wird Microsoft seine Xbox 360 einführen. Ob sich die Diskussionen um Lizenzierung an Dritthersteller eher um die alte Xbox oder auch um deren Nachfolgerin drehen, ist im Moment nicht bekannt.
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