Wikipedia räumt bei Grimme Online Award 2005 ab
In der Kategorie Information erhält das boulevardkritische Weblog " BILDblog(öffnet im neuen Fenster) " eine Trophäe. Aus der Begründung der Jury: "Das BILDblog ist das wichtigste deutschsprachige 'Watchblog'. Es demonstriert, wie das Internet für eine unabhängige, kontinuierliche und professionelle Medienkritik genutzt werden kann."
Vier Preise vergibt die Jury in der Kategorie "Wissen Und Bildung": Der Grimme Online Award geht an die Website " Holocaust-Mahnmahl – Gedächtnis aus Stein(öffnet im neuen Fenster) " (ZDF), "ein inhaltlich überzeugendes und emotional sehr ansprechendes Gesamtwerk, welches keine vordergründige Betroffenheit sucht, sondern an der Reflexion teilhaben lässt" (die Jury). Weiterhin wird die Website " Einsteins Welt(öffnet im neuen Fenster) " (ZDF) ausgezeichnet, die, so die Jury, "das Leben und Werk Albert Einsteins in seinen wesentlichen Aspekten auf sympathische und verständliche Weise begreifbar macht" .
Die Wikipedia(öffnet im neuen Fenster) , die die Juroren als "herausragendes Beispiel kollaborativer Nutzung des Internet" auszeichnen, und die Website " Jugendopposition in der DDR(öffnet im neuen Fenster) " (Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., Bundeszentrale für politische Bildung), die "die Jury inhaltlich begeistert und gestalterisch mit ihrer eigenwilligen, etwas 'schräg liegenden Optik' überzeugt hat" (Jury-Urteil), erhalten ebenfalls den Grimme Online Award.
Die Website " Lyrikline(öffnet im neuen Fenster) " wird mit dem Grimme Online Award in der Kategorie Kultur und Unterhaltung für Konzept und Idee ausgezeichnet. Die Jury: "Lyrikline.org setzt die weltweite Vernetzung des Internets konzeptionell ein. Mit tausenden Übersetzungen schafft die Website ein bemerkenswert umfangreiches, mehrsprachiges und multimediales Angebot für Literaturinteressierte im In- und Ausland."
Erstmals wird auch ein Grimme Online Award in der Kategorie "Spezial" vergeben – an die Website " Spiegel Online(öffnet im neuen Fenster) ". Damit, so die Jury in ihrer Begründung, solle ein journalistisch geprägtes Onlineangebot ausgezeichnet werden, "das seit zehn Jahren wesentlich mit dafür gesorgt hat, dass das Internet zu einem respektierten Medium geworden ist."
Hollywood-Star John Malkovich überreichte den Intel-Publikumspreis an die Wikipedia, die auch in der Kategorie "Wissen und Bildung" einen Grimme Online Award erhält. Nach einem langen Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Online-Angebot " Lisas Leben(öffnet im neuen Fenster) " zur Sat.1-Telenovela "Verliebt in Berlin" hatte am Ende die Wikipedia die Nase vorn.
124.796 Internetnutzer beteiligten sich an der Publikumspreis-Abstimmung – und damit rund 35.000 mehr als im letzten Jahr. "Die Anzahl der Stimmen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Das zeigt ganz deutlich, dass der Grimme Online Award nicht nur von der Internetbranche, sondern auch vom Publikum angenommen wird" , sagte Uwe Kammann, Geschäftsführer des Grimme-Instituts. "Wikipedia hat als Wissensgesamtwerk vieler tausend engagierter Menschen den Intel-Publikumspreis gewonnen – das spiegelt die Bedeutung des Mediums für das aktive Publikum gleich doppelt."