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AMD verklagt Intel wegen Monopolmissbrauchs

Intel soll seine Vormachtstellung bei x86-Prozessoren illegal abgesichert haben. Der Chip-Hersteller AMD hat eine Kartellklage gegen seinen großen Rivalen Intel eingereicht, da der Chip-Riese nach Ansicht von AMD Unternehmen weltweit mit illegalen Anreizen davon abgehalten hat, Chips von AMD zu kaufen. Damit habe Intel sein Monopol im Markt für x86-Prozessoren in illegaler Art und Weise behauptet.
/ Jens Ihlenfeld
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AMD hat die 48-seitige Klageschrift, die sich auf den zweiten Abschnitt des Sherman Antitrust Act, die Abschnitte 4 und 16 des Clayton Act sowie den California Business and Professions Code beruft, in Delaware eingereicht. Darin wird Intel beschuldigt, Kunden weltweit dazu genötigt zu haben, keine Geschäfte mit AMD zu machen, darunter Computerhersteller, kleine Systemanbieter, Großhändler und Einzelhändler. "Ob durch überhöhte Preise auf Grund von Monopolgewinnen, geringere Wahlmöglichkeiten im Markt oder Schranken für die Innovation – Menschen von Osaka über Frankfurt bis Chicago zahlen täglich den Preis für Intels Monopolmissbrauch" , kommentiert Hector Ruiz, AMDs Chairman, Präsident und CEO. Intel verfüge bei x86-Prozessoren über einen Marktanteil von 80 Prozent nach Stückzahlen bzw. 90 Prozent nach Umsatz.

In der Klage gegen Intel stützt sich AMD auch auf eine Entscheidung der "Fair Trade Commission of Japan" (JFTC), die zu dem Schluss kam, Intel habe sein Monopol genutzt, um einen fairen und offenen Wettbewerb zu unterbinden. Auch die Europäische Kommission betreibt Untersuchungen gegen Intel wegen möglicher Kartellrechtsvergehen.

Im Einzelnen habe Intel große PC-Hersteller wie Dell, Sony, Toshiba, Gateway und Hitachi zu Exklusivabkommen gezwungen und beispielsweise an Dell, Toshiba und Sony Geld gezahlt, damit diese nicht mit AMD ins Geschäft kommen bzw. exklusiv Intel-Chips einsetzen, so einer der Vorwürfe von AMD. Andere Großkunden wie NEC, Acer oder Fujitsu habe Intel mit Rabatten dazu bewegt, Intel-Chips zu kaufen, um sich so einen Marktanteil von teilweise 90 Prozent bei den Herstellern zu sichern.

HP habe Intel die Auszahlung von Rabatten zumindest vorübergehend verweigert, da HP begonnen habe, Notebooks mit AMD-Prozessoren zu verkaufen. Compaq habe Intel 2000 einige neue Server-Chips vorenthalten, da das Unternehmen zu viel AMD-Prozessoren verkauft habe, so AMD. Gegenüber Acer habe Intel einschneidende Konsequenzen angedroht, sollte der Hersteller am Produkt-Launch des Athlon 64 teilnehmen.

Große Einzelhändler wie Best Buy oder Circuit City habe Intel angewiesen, Intel-PCs in großem Umfang oder exklusiv am Lager zu halten und Media Markt verkaufe erst gar keine PCs mit AMD-Prozessoren. Auch Office Depot habe abgelehnt, AMD-basierte Notebooks ins Lager zu nehmen, unabhängig davon, welche finanzielle Hilfen man angeboten habe, um das Risiko für den Händler zu reduzieren, so AMD.

AMD selbst habe Intel Zugang zur höchsten Mitgliedsstufe im Advanced DRAM Technology Consortium verwehrt, um AMDs Einfluss auf wichtige Industrie-Entscheidungen zu begrenzen. Zudem habe Intel seine Compiler dazu ausgelegt, dass die mit ihnen erzeugten Programme auf AMD-Systemen eine schlechtere Leistung abgeben, so die Vorwürfe von AMD.

Den vollen Text der Klage bietet AMD unter amd.com/breakfree(öffnet im neuen Fenster) zum Download an.


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