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Epic: UT2007 nicht das erste Unreal-Engine-3-Spiel?

Mark Rein im Gespräch mit Golem.de. Derzeit ist keine andere neue 3D-Engine so stark im Gespräch wie die "Unreal Engine 3". Epic-Vize Mark Rein erklärte am Rande von Nvidias Vorstellung des GeForce 7800 GTX, dass Unreal Tournament 2007 nicht unbedingt das erste Spiel mit der neuen Engine sein wird.
/ Christian Klaß
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Galt vor einem Jahr noch die Doom3-Engine von id Software als das Maß aller Dinge bei 3D-Spielen, so hat sich das nach der Vorstellung der Unreal-3-Engine auf der E3 2005 gründlich geändert. Das Team von Epic Games um Mark Rein schmiedet hier derzeit das heißeste Eisen, wenn es um beeindruckende Grafik in schnellen Spielen geht. Kein Wunder also, dass Nvidia seinen Veranstaltungsdauergast in der vergangenen Woche auch nach Paris einfliegen ließ, um sein Software-Wunderwerk mit dem derzeit schnellsten 3D-Grafikchip GeForce 7800 GTX vorzuführen.

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Reins Demos wurden immer wieder von Beifall unterbrochen. Er zeigte jedoch im Wesentlichen das, was man auf der E3 auch schon zu sehen bekam: In einer prächtig gestalteten Stadt fuhr er mit einem futuristischen Vehikel durch die Straßen. Das Demo endete in einem gescripteten Kameraflug durch die Gassen und über die Dächer. Dabei beeindruckte nicht nur die Detailfülle, sondern vor allem das "High Dynamic Range"-Rendering (HDR).

Wann immer die Kamera eine Lichtquelle ansteuerte, überstrahlte das helle Licht die Umgebung so naturgetreu, wie man das vom menschlichen Auge auch gewohnt ist. Far Cry, Splinter Cell 3 und bald auch Half-Life 2 setzen ebenfalls auf HDR. Zusammen mit Nebel- und Shader-Effekten für Oberflächen wirkte die Demo beinahe fotorealistisch. Technologisch ebenso interessant wirkte Reins zweite Vorführung, mit der er die Physik-Engine demonstrierte. Diese hat Epic von Ageias lizenziert und in die eigenen Grafikroutinen eingebettet.

So konnte Rein nicht nur in einem Raum mit Modellen von Spielfiguren und Einrichtungsgegenständen um sich werfen. Er zeigte auch eine Geröll-Lawine, bei der sich die Felsbrocken immer wieder einzeln anstoßen ließen und realistisch aufeinander reagierten. Begeistert von seinen Schöpfungen reagierte der oft schroffe Rein aber allergisch auf die langen Ladezeiten: "Da habe ich schon immer gesagt: Nvidias Demo-Rechner haben tolle Grafikkarten, aber mistige Festplatten."

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Im anschließenden Interview zeigte sich Rein aber freundlich und redselig. Da er schon länger mit der PhysX-Engine von Ageias arbeitet, unterstützt er auch die Idee dieses Unternehmens von einem eigenen Physik-Chip (PPU). Laut Rein könnte eine PPU die Physik-Berechnung bis zum Faktor 100 gegenüber einer CPU beschleunigen. Daher hätten auch große PC- und Mainboard-Hersteller Interesse an PPUs direkt auf dem Mainboard. Auf den Namen zumindest eines Rechneranbieters angesprochen meinte Rein: "Den kann ich Ihnen nicht nennen, aber er reimt sich auf 'Hell'." Wir wollen Rein an dieser Stelle nichts in den Mund legen, den Reim darf sich also im Wortsinne jeder selbst darauf machen.

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Deutlicher wurde der Entwickler, als es um den Terminplan für Unreal Tournament 2007 ging: "Vielleicht werden wir schon 2006 fertig", meinte er. Epic hatte sich bei der Ankündigung von UT 2007 für das Jahr 2006 allerdings etwas weniger unsicher gezeigt. Auf Grund der zahlreichen Lizenznehmner sei es "recht wahrscheinlich", so Mark Rein, dass einer der Epic-Kunden die neue Engine noch vor Epic selbst auf den Markt bringt. Zu den Lizenznehmern zählen unter anderem Acony, Microsoft, Namco, Ncsoft, Silicon Knights, TimeGate und die U.S. Army. Wer zuerst ein Spiel damit veröffentlicht, konnte Rein freilich nicht sagen – er hat alle Hände voll mit seinem eigenen Titel zu tun.

Unreal Tournament 2007 soll zuerst für den PC erscheinen, dann auf der Xbox 360 und der PlayStation 3. "Wir legen es nicht darauf an, ein 'Launch Title' zu werden", zeigt sich Rein entspannt, wenn es um die neue Xbox geht. Überhaupt, so erklärt er weiter, sei die Konsolenprogrammierung inzwischen der für PCs viel ähnlicher: "99 Prozent des Codes sind API-Aufrufe". Es sei durch die hohe Leistung der Hardware und die neuen Betriebssysteme nun nicht mehr notwendig, die Hardware direkt zu programmieren. "Das war bisher so, weil es gar nicht anders ging", meint Rein.

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Besonders aus der schon recht betagten PlayStation 2 habe man inzwischen durch eigene Routinen vorbei an der Software der Konsole das letzte Quäntchen Performane gequetscht. Durch die strukturiertere Arbeitsweise bei den Next-Generation-Konsolen seien Experten-Gurus für die Hardware nun nicht mehr nötig: "Wir arbeiten mit zwei Teams für Xbox360 und PS3 und jedes Team versucht, so schnell wie möglich fertig zu werden."

In der Multiplayer-Community wird jedoch vor allem UT2007 für den PC mit Spannung erwartet. UT2004 wird inzwischen gerade in Europa von den größeren Ligen stiefmütterlich behandelt und selbst in den USA wurden auf den letzten größeren Turnieren wie der CPL höhere Preisgelder für "Painkiller" aufgestellt als für die UT-Klassiker. Rein zeigt sich auf die Frage, ob denn UT hier auf dem absteigenden Ast sitzt, etwas verschnupft und meint über die Ligen: "Die machen doch ihr Geld nur durch Sponsoren..." [von Nico Ernst]


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