Siemens-Chef verteidigt Verkauf der Handy-Sparte
"Eins ist doch klar: Nur erfolgreiche Geschäfte schaffen sichere Arbeitsplätze. Dabei kommt es auf die Leistung genauso an wie auf die Kosten." Der Verkauf der Handy-Sparte an den taiwanesischen Konzern BenQ sei eine "weitsichtige Lösung" , von der alle profitierten – Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre, so Kleinfeld zum Spiegel. "Abstoßen ist kein Wert an sich."
Gleichzeitig kündigte der neue Siemens-Chef im Spiegel an: "Wir müssen schneller werden. Schneller die Zukunft sehen, schneller Patente anmelden, schneller auf Kundenwünsche eingehen." Von den 13 Bereichen des Konzerns seien zwei "deutlich von den Vorgaben entfernt" – die Sparten Communications und Siemens Business Services.
"Dort ist wie bei allen anderen die Innovationskraft der Schlüssel" , so Kleinfeld zum Spiegel. "Den 'Krieg' gewinnen Sie mit Ideen, nicht mit Sparmaßnahmen." Kostenstrukturen seien "nur ein Hygienefaktor" . "Wir dürfen in Deutschland auch nicht dem Irrglauben verfallen, uns über Stillstand absichern zu können" , so der Siemens-Chef. "Isolationismus ist keine Lösung."
Große weltweite Wachstumschancen für die Bundesrepublik sieht Kleinfeld im Bereich Gesundheit, bei der dritten Generation des Internets, in der Gentechnik sowie bei der Energiegewinnung, wo auch die Kernkraft "enttabuisiert" gehöre. All das seien "global gesehen riesige Bereiche. Und da könnten wir Vorreiter sein." Natürlich könne man am Ende sagen: "Dieses oder jenes wollen wir als Gesellschaft nicht. Dann muss uns aber auch klar sein, dass uns potenzielle Wachstumszweige absterben. Und dass dann selbst deutsche Firmen hier nicht mehr investieren können" , so Kleinfeld zum Spiegel.
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