Geobacter produzieren Nanodrähte
Die Gruppe um den Mikrobiologen Derek R. Lovley hat ihre Entdeckung(öffnet im neuen Fenster) in der aktuellen Ausgabe von Nature veröffentlicht. Die Forscher fanden heraus, dass der 1987 von Lovley entdeckte Organismus Geobacter(öffnet im neuen Fenster) extrem feine, elektrisch leitende Strukturen produziert. Die als "mikrobische Nanodrähte" bezeichneten Haare sind nur 3 bis 5 Nanometer dick.
Diese "mikrobischen Nanodrähte" könnten laut Lovley – der seit Jahren den Geobacter erforscht – künftig zur Entwicklung neuer Materialien sowie extrem kleiner Elektronikgeräte genutzt werden. Der Mikroorganismus wird vor allem wegen seiner Eigenschaften zur Reinigung des Grundwassers untersucht, wobei der Geobacter Elektronen nach außen an Metalle oder Elektroden abführen muss. Dies geschieht offenbar über eben diese Nanodrähte, so die Forscher.
Wo herkömmliche Materialien wie Metalle, Silizium und Carbon an ihre Grenzen stoßen, könnten die Nanodrähte der Geobacter genutzt werden. Über eine Manipulation ihrer DNA könnten sich dabei sogar Nanodrähte mit unterschiedlichen Eigenschaften und Funktionen erzeugen lassen.