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Linux 2.6.12 unterstützt Trusted Computing

Die Version kommt mit neuen Treibern und einer Reihe von Verbesserungen. Mit Linux 2.6.12 ist jetzt der erste Linux-Kernel nach der Abkehr von Bitkeeper erschienen, der mit Hilfe des neuen Patch-Management-Systems Git erstellt wurde. Dieser bringt einige größere Neuerungen mit sich.
/ Jens Ihlenfeld
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Lange hatte es gedauert, bis Linus Torvalds nach langer Entwicklungs- und Testphase 2.6.12 freigab. Seit dem letzten Release sind über drei Monate vergangen und mit 2.6.11.12 ist man bei der zwölften Überarbeitung der letzten Major-Version angekommen. Die neue Version wurde nicht zuletzt durch den Wegfall der Open-Source-Lizenz von Bitkeeper verzögert, der die Kernel-Entwickler veranlasst hat, mit "Git" ein eigenes System zur Changeset-Verwaltung aufzubauen .

Die lange Testphase hat auch zu einer Reihe von Änderungen in letzter Minute bis hin zum Release Candidate 6 geführt und so die finale Version im Hinblick auf die Qualitätssicherung verzögert. Für Kontroversen dürfte die Unterstützung von Trusted Computing sorgen, die von IBM beigesteuert wurde und in der neuen Version die Trusted-Platform-Module (TMP) von National Semiconductor und Atmel unterstützt. Passende Tools stehen auf der Projektseite des Open-Source TCG Software Stack(öffnet im neuen Fenster) auf Sourceforge bereit.

Neu aufgenommen wurde auch wieder der vor gut einem Jahr entfernte "PWC"-Treiber für USB-Webcams von Philips. Dieser wurde auf Wünsche des Autors hin entfernt, nachdem die Kernel-Entwickler Unterstützung seines binär vertriebenen Decoder-Moduls abgelehnt hatten. Der Treiber wurde in großen Teilen neu geschrieben und ist jetzt unter der GPL im Kernel enthalten.

Die mit komprimiert 4,5 MByte wieder umfangreich ausgefallenen Änderungen beinhalten wie immer eine Menge von Fehlerbereinigungen und Leistungsverbesserungen.

Durch die Unterstützung von so genannten "Write-Barriers" in den SATA-Treibern ist der Einsatz von Journaling-Dateisystemen nun auch auf über SATA angebundenen Festplatten sicher. Bisher war nicht garantiert, dass die Daten in den vom Dateisystem definierten Blöcken auf die Festplatte gelangten.

Auf den aktuellen Stand wurde auch das ALSA-Sub-System gebracht, das jetzt auch einen Treiber für die Chipsätze i915 und i925 enthält.

Neben verbesserter Unterstützung von Multi-Core-CPUs von AMD erfuhren die Hardware-Architekturen x86-64, ARM und PowerPC64 die größten Änderungen, die SATA-Ports der neueren ATI/ULi-Chipsätze werden unterstützt und der bnx2-Treiber versorgt die über PCIe angebundenen Netzwerk-Chips von Broadcom.

Besitzer von Laptops können sich auf die signifikante Überarbeitung von cpufreq freuen. Diese Treiber kümmern sich um das Anpassen der Taktfrequenz und Spannung aktueller Mobil- sowie einiger Desktop-Prozessoren. Ebenfalls verbessert wurde auch die Suspend- und Resume-Implementiergung, die inzwischen auf immer mehr Laptops problemlos ihren Dienst tut.

Sicherheitsrelevant ist die Möglichkeit mittels "Address space randomization", also der zufälligen Verteilung von Adressen, das Ausnutzen eventuell entdeckter Sicherheitslücken zu erschweren, da der Angriffsvektor dann nicht mehr vorhersagbar ist.

Ebenfalls eingepflegt wurden die aktuellen Updates für User-Mode-Linux.

Für die nächsten Kernel stehen im "-mm-Zweig" schon wieder allerhand Änderungen bereit - auch das von Robert Love entwickelte "inotify". Inotify bietet Programmen die Möglichkeit, über Veränderungen im Dateisystem benachrichtigt zu werden, damit Dateimanager oder Desktop-Umgebungen die Grafik sofort anpassen können. Die bisherige Implementierung gilt als zu eingeschränkt und ineffizient. Sie muss daher gerade für kommende Desktop-Such-Werkzeuge wie Novells Beagle überarbeitet werden.

Linux 2.6.12 steht als Patch samt ChangeLog(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit. Das ChangeLog enthält dabei jedoch nur die Änderungen seit dem Release Candidate 2, da nur neuere Änderungen in Git eingepflegt sind.


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