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Spieletest: Still Life - Düsteres Krimi-Adventure

Neuer Titel von Microids für PC und Xbox. Krimi-Adventures gab es in letzter Zeit so einige, man denke nur an das gelungene Sherlock Holmes, The Moment Of Silence oder auch Black Mirror. Still Life von Microids geht in Sachen Spannung und Gewalt allerdings noch einen Schritt weiter – hier gilt es, in zwei eng miteinander verwobenen Erzählsträngen brutale Mordserien aufzuklären.
/ Thorsten Wiesner
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Der Spieler beginnt Still Life in der Rolle der jungen FBI-Agentin Victoria McPherson, die sich im Chicago der Jetzt-Zeit auf die Suche nach einem Serienkiller begibt – einem ziemlich brutalen obendrein. Da dieser schon so einige junge Frauen auf seinem Gewissen hat, geht es natürlich darum, ihn möglichst bald dingfest zu machen, um weitere abgemurkste Schönheiten zu verhindern. Bei der Suche nach Indizien stößt Victoria allerdings bald auf Aufzeichnungen ihres Großvaters – der war Ende der 20er-Jahre ebenfalls einem Mörder auf der Spur, allerdings in Prag. Und schon bald verdichten sich die Hinweise, dass beide Mordserien auf die eine oder andere Art miteinander verbunden sind.

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Fortan wird beständig zwischen Victoria und ihrem Opa hin- und hergeschaltet und sowohl die modernen Straßen von Chicago als auch das historische Prag erkundet. Die Bedienung läuft dabei typisch für ein Point&Click-Adventure mit der Maus ab; die Protagonisten bewegen sich zu den Orten, wo sie per Klick hindirigiert werden; lassen sich Gegenstände aufnehmen oder Gespräche führen, verändert der Mauszeiger seine Form.

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Das Rätseldesign von Still Life ist ebenfalls recht genretypisch – hier haben sich die Entwickler zum Teil vielleicht zu sehr auf Altbewährtes verlassen. Oft müssen akribisch die dunklen Hintergründe nach benötigten Gegenständen untersucht werden, danach ist dann meist Kombinieren der diversen Items aus dem Inventar gefragt. Allerdings wechseln die Aufgaben: So müssen zu Beginn etwa an einem Tatort Beweisstücke fotografiert und Spuren eingesammelt werden, was dann später nicht mehr nötig ist. Stellenweise kommt es bei den Aufträgen allerdings zum langwierigen Ablaufen der immer gleichen Schauplätze oder beständig gleichen Animationen, wie etwa beim Benutzen eines Fahrstuhls im Polizeibüro – diese Art des Spielzeit-Schindens kann nicht gerade begeistern. Zu einfach ist Still Life übrigens trotzdem nicht, was vor allem an den zum Teil sehr knackigen Logik-Rätseln liegt – das Backen eines Kuchens etwa dürfte für viele einer der größten Frustmomente des Spiels sein.

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Für die etwas mauen Rätsel wird man dafür durch die tolle Atmosphäre entschädigt; vor allem die verlassenen, bedrohlichen Kulissen in Prag sind immens stimmungsvoll; die Geschichte hat zwar ihre Längen, ist insgesamt aber doch spannend zu verfolgen und hält eine recht interessante Auflösung bereit. Auch die Optik stimmt – das Verwenden einer überarbeiteten Syberia-Engine sorgt für schöne Szenarien und viele kleine lebendige Details wie etwa Wetter, aus dem Bild rennenede Ratten und vieles mehr. Die vorberechneten Zwischensequenzen gefallen ebenfalls und erinnern stilistisch auch sehr an Syberia.

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Die komplett deutsche Synchronisation ist von Charakter zu Charakter unterschiedlich gut gelungen – die Hauptcharaktere sind größtenteils gut vertont, einige der Polizeikollegen hätten aber durchaus mehr Enthusiasmus vertragen können.

Still Life ist für PC und Xbox erhältlich, wobei uns die Xbox-Version nicht vorlag – dieser Test bezieht sich also nur auf die PC-Version. Das Spiel hat von der USK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten; angesichts der doch recht blutigen Thematik durchaus verständlich.

Fazit:
An die Klasse eines Syberia aus gleichem Hause kommt der neue Microids-Titel nicht ganz ran – dafür ist das Rätseldesign ein wenig zu standardisiert. Adventure-Fans müssen trotzdem zugreifen, denn in puncto Story, Technik und Atmosphäre macht Still Life fast alles richtig.


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