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NASA: Space Shuttle startet im Juli

Nasa-Chief Walt Brooks im Gespräch mit Golem.de. Das Space Shuttle "Discovery" steht seit heute auf der Startrampe. Wie Nasa-Direktor Walt Brooks gegenüber Golem.de in München bestätigte, soll das Shuttle im Juli auf seine erste Mission seit der Columbia-Katastrophe gehen.
/ Jens Ihlenfeld
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Walt Brooks(öffnet im neuen Fenster) ist Division Chief der NAS, der "Nasa Advanced Supercomputing Division". Am Rande des jährlichen Treffens der "SGI User Group" in München bestätige Brooks gegenüber Golem.de, dass die NASA ihren erst vor kurzem geänderten Zeitplan nun einhalten wolle. Derzeit steht, vorgegeben durch die Umlaufbahn der internationalen Raumstation ISS, ein so genanntes "launch window" von 13. bis 31. Juli 2005 offen. In diesem Zeitfenster muss das Shuttle Discovery starten, um die ISS wie geplant erreichen zu können.

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"Wir werden dieses Zeitfenster diesmal einhalten", sagte Brooks. Seine NASA-Abteilung war maßgeblich am Programm Return to flight(öffnet im neuen Fenster) beteiligt, dem nach der Explosion der Fähre "Columbia" am 1. Februar 2003 bei der Nasa die höchste Priorität eingeräumt worden war. Die Columbia war beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre explodiert, nachdem das Shuttle schon beim Start durch Bruchstücke aus der Isolier-Verkleidung des Zusatztanks beschädigt worden war. Dabei waren sieben Astronauten ums Leben gekommen. Dies geht aus dem Abschlussbericht(öffnet im neuen Fenster) des Untersuchungsgremiums hervor.

Der von Brooks am Ames Research Center nahe San Francisco betreute Supercomputer "Columbia" war nach dem verlorenen Shuttle benannt worden und ging erst Mitte 2004 nach und nach in Betrieb. Wie der NASA-Chief angab, befand sich sein Team seitdem nur noch im "Notfallmodus", da die Anlage noch nicht voll einsatzfähig war, aber als seinerzeit schnellster Supercomputer der Welt die anderen NASA-Rechenzentren bei der endgültigen Analyse des Shuttle-Absturzes unterstützen sollte.

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Mit dem Rechner wurden die bisherigen Berechnungen der Nasa verifiziert und durch die hohe Leistung konnten weitere Simulationen der komplett überarbeiteten Aerodynamik des Shuttles gefahren werden. Ein Re-Design der Tank-Isolierung kam laut Brooks nicht unmittelbar in Frage, die Nasa sucht derzeit aber nach anderen Werkstoffen als dem schadensanfälligen Schaumstoff.

Das derzeit verwendete Material soll nun jedoch nur 50 Prozent kleinere Bruchstücke hervorbringen, als das bei der Columbia der Fall war. Nach über 100 simulierten Shuttle-Flügen ist die Nasa nach den bisherigen veröffentlichten Daten sicher, dass neue Schaumstoff-Absprengsel das Shuttle nicht mehr signifikant beschädigen können.

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Schäden kommen am Space Shuttle bei jedem Flug vor, so gehen beispielsweise stets einige Kacheln des Hitzeschilds an der Unterseite der Fähre verloren. Der Rechner "Columbia" wurde, da das Shuttle ohnehin komplett simuliert werden musste, inzwischen auch dazu genutzt, die Anordnung der Kacheln zu verbessern. Daneben wurden auch Lehren aus den bisher immer wieder aufgetretenen Triebwerksproblemen gezogen – das Design der Motoren soll für zukünftige Nasa-Fluggeräte stark verbessert werden. Laut Walt Brooks forscht die US-Raumfahrtbehörde auch weiterhin an Triebwerken für so genannte "Scramjets", die dereinst in der Athmosphäre mit weit mehr als der zehnfachen Schallgeschwindigkeit fliegen könnten.

Daneben wird der neue Supercomputer auch für die üblichen wissenschaftlichen Aufgaben wie Wettersimulation oder Forschungen in der Nanotechnologie genutzt. Ein aktuelles Projekt der Nasa ist dabei auch der "digitale Astronaut". Ziel ist es, einen Menschen im Raumanzug bis auf das Niveau jeder Körperzelle zu simulieren. [von Nico Ernst]


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