OECD: Musikindustrie sollte sich neue Technik zunutze machen

P2P als Chance und Bedrohung für Künstler

Dass Musikfirmen weniger CDs verkaufen, liegt nicht allein daran, dass sich viele Nutzer Musik in Tauschbörsen besorgen. Und: Die Musikindustrie könnte neue Technologien wie Filesharing sogar nutzen, um neue Märkte zu erschließen. Das sind zwei der Schlussfolgerungen einer Studie mit dem Titel "Digitale Breitband-Angebote: Musik", die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht wurde.

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Derzeit würden zwar sehr viele Nutzer das Urheberrecht verletzen, indem sie in Tauschbörsen unerlaubt Songs austauschen. Dieser unfaire Wettbewerb hemme die Entwicklung kommerzieller Angebote. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass auch andere Gründe den Verkauf von CDs und den Erfolg von kommerziellen Online-Musikangeboten behindern. Die Studie nennt hier das Brennen von CDs, die Konkurrenz durch andere Unterhaltungsmedien und dass Kunden insgesamt weniger Geld ausgeben.

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Würden entsprechende Angebote gemacht, könnten lizenziertes Filesharing und andere Formen der so genannten "super distribution" dazu beitragen, dass der Markt wieder wächst. "Super distribution" meint Vertriebsmodelle, bei denen Endkunden untereinander Produkte weiterverkaufen oder bekannt machen.

Vor allem das Verhältnis von Künstlern zu Technologie sollte intensiver untersucht werden, schlagen die Ökonomen der OECD vor. Viele Musiker nutzten das Internet als ein Werkzeug, um zusammenzuarbeiten und ihre Songs bekannt zu machen. Dennoch seien die Kreativen geteilter Meinung, wenn es ums Internet geht: Einige glaubten, es habe ihre Karriere befördert, andere seien unentschieden bis ablehnend eingestellt. Da die Auswahl an Musik so groß sei, würden auch die bekannten Labels weiterhin eine große Rolle dabei spielen, wie Hörer Musik entdecken. Direkte Verkäufe vom Musiker an die Kunden seien selten, doch die langsamen Veränderungen auf diesem Gebiet lägen auch daran, wie zögerlich neue Vertriebsformen aufgegriffen würden.

Der Bericht benennt Herausforderungen an Politik und Wirtschaft, um auf diese Entwicklungen zu reagieren. Zum einen müsse die Infrastruktur ausgebaut werden. Dazu gehörten sichere Zahlungssysteme und Standards, die Hard- und Software kompatibel machen.

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Weiterhin müssten die Anbieter von Inhalten, Breitbandzugängen und Technologien zusammenarbeiten, um neue Ideen für den digitalen Vertrieb zu entwickeln. Es könne Aufgabe der Politik sein, diese Debatten zu moderieren. Sie müsse auch dafür sorgen, eine Balance zu finden zwischen der Entwicklung und "vorteilhaften" Verbreitung digitaler Technologien auf der einen und effektivem Schutz des Urheberrechts auf der anderen Seite. Digitales Rechtekontroll-Management (DRM) könnte dabei eine Hilfe sein, doch müssten die Probleme mit der Transparenz der DRM-Systeme und vergleichsweise restriktiven Nutzerrechten noch näher untersucht werden. Das betreffe auch die Auswirkungen auf den Datenschutz.

Insgesamt betrachtet könnten nach der OECD-Studie die Veränderungen im Vertrieb und den Verwertungsketten dazu führen, dass sowohl das Volumen des Musikmarktes als auch seine Vielfalt wachsen. [von Matthias Spielkamp]

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Nameless 18. Jun 2005

Musikindustrie = ultrakonservative Kapitalisten Mit neuen Verkaufsmöglichkeiten wird das...

musikfan 16. Jun 2005

genau so sieht's aus! ne flatrate und musik und DRM. vorteil: benutzer sind glücklich, MI...

JTL 16. Jun 2005

Es liegt sicherlich an qualitativ minderwertige Produkte, an Kopierschutz und auch...

:-) 16. Jun 2005

Die MI bezahlt den Sänger und macht nun mit dessen Lied, was sie will. Irgendeiner kauft...



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