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Studie: Offshoring führt nicht zwingend zum Job-Abbau

Indien bleibt wichtigster Standort - Osteuropa holt auf

Die Verlagerung betrieblicher Tätigkeiten ins Ausland führt in Deutschland per Saldo nicht zwangsläufig zum Abbau von Arbeitsplätzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) und Deutsche Bank Research.

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"Die mit Offshoring erzielten Einsparungen ermöglichen es den Unternehmen, ihre Produkte und Leistungen günstiger anzubieten und Marktanteile zu gewinnen. Dadurch können sie wachsen und neue Mitarbeiter einstellen", sagte Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms bei der Präsentation des "Offshoring-Reports 2005". Fast zwei Drittel der befragten Offshoring-Nutzer erwarten, dass sie durch die Auslagerung in den kommenden fünf Jahren zusätzliche Mitarbeiter einstellen oder die Zahl der Beschäftigten zumindest stabil halten können. Nur ein Drittel will in der Summe Stellen abbauen. Harms: "Die Auswirkungen von Offshoring auf die Beschäftigung in Deutschland werden in der öffentlichen Diskussion häufig überschätzt." Die Verlagerung betrieblicher Tätigkeiten ins Ausland sei eine wichtige strategische Option der Firmen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

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  1. Bosch Gruppe, Berlin
  2. OKI EUROPE LIMITED, Branch Office Düsseldorf, Düsseldorf

Nicht auf Rufe nach protektionistischen Eingriffen zu hören, um die befürchteten Arbeitsplatzverluste zu stoppen, forderte Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe. Er sagte: "Diesseits wie jenseits des Atlantik wurde vereinzelt gefordert, nationalen Sand ins globale Getriebe zu streuen. Diese Rechnung würde jedoch nicht aufgehen, denn der Erfolg protektionistischer Maßnahmen hält nicht lange." Vielmehr gelte es, sich den anstehenden Herausforderungen aktiv zu stellen. Das beinhaltet einen Arbeitsmarkt, der flexibel genug ist, um neue Arbeitsplätze zu schaffen, und ein leistungsfähiges Bildungssystem, das kluge Köpfe und leistungsorientierte Unternehmer in großer Zahl hervorbringt. "Nur über Innovationen ist der Kompetenzvorsprung zu halten, der hohe Löhne und Gehälter rechtfertigt und einen hohen Beschäftigungsstand sichert", sagte Walter.

An der Befragung haben rund 570 Anbieter und Nachfrager von Offshoring-Leistungen teilgenommen, darunter 60 Prozent Mittelständler mit weniger als 100 Mitarbeitern. Als Offshoring wird die Verlagerung betrieblicher Prozesse ins Ausland bezeichnet. Ziel der Unternehmen ist es, durch die Konzentration auf Kernaufgaben effizienter zu werden. Besonders geeignet für eine Auslagerung sind nach Angaben der befragten Unternehmen ITK-Prozesse, besonders die Entwicklung von Software. Arbeitsprozesse aus Buchhaltung oder Personalwesen werden zum Teil verlagert.

"Bei den befragten Unternehmen besteht ein breiter Konsens darüber, dass die Nachfrage nach Offshoring-Leistungen kräftig steigen wird", sagte Mathias Weber, Leiter des Kompetenzbereichs IT-Services beim Bitkom. Sie starte jedoch von einem niedrigen Niveau. Über ein Drittel der Offshoring-Anbieter erwartet in den kommenden fünf Jahren ein Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent. Von den Nachfragern erwarten fast 80 Prozent, dass der Wert ihres Offshoring-Engagements in diesem Zeitraum "deutlich wachsen" wird. Wichtigster Grund für die Auslagerung betrieblicher Tätigkeiten ist die Kostensenkung. Die Untersuchung ergab weiter, dass die Unternehmen mit Offshoring erhebliche Einsparungen erzielen können. Fast jeder dritte Offshoring-Anwender hat in der Vergangenheit mehr als zehn Prozent eingespart.

Wichtigster Offshore-Standort ist nach wie vor Indien, das in Westeuropa fast 90 Prozent des Marktes beherrscht. Anbieter aus Mittel- und Osteuropa machen aber Boden gut. "Die Nachfrager nach Offshoring-Dienstleistungen haben starkes Interesse an Partnern aus Polen, Tschechien oder Ungarn. Diese Anbieter liegen geographisch und kulturell näher als die Pioniere aus Fernost", sagte Jürgen Schaaf, Senior Economist bei DB Research. Ihre Erfahrungen mit Offshoring-Projekten bewerten die Anwender überwiegend positiv. Zwei Drittel der Befragten sind mit ihren bisherigen Kooperationen zufrieden oder sehr zufrieden.

Die Studienergebnisse wurden in Form einer PDF-Datei veröffentlicht.



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MasterDaehne 15. Jun 2005

ordentlich verdauen kannste dann auf jeden fall. die frage ist nur, ob man es noch auf...

Plasma 15. Jun 2005

Sind das nicht auch die, die gesagt haben: "Und sehet, Softwarepatente sind gut für euch...

Hallo 15. Jun 2005

naja, das Argument von denen lautet ja, dass es den Unternehmen durch die Auslagerung...


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