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Nintendo Revolution - Spezifikationen aus der Gerüchteküche

GameCube-Nachfolger wird laut Nintendo nicht auf HDTV getrimmt. Während sich Sony Computer Entertainment und Microsoft mit ihren künftigen Konsolen PlayStation 3 und Xbox 360 eine Schlacht der Hardwarespezifikationen liefern, hält sich Nintendo weiter vornehm zurück und betont, wie viel wichtiger die Spiele sind. Nun finden sich bei "Nintendo Centrium" einige interessante Spezifikationen, die dem Betreiber des privaten Nintendo-Blogs laut eigenen Angaben von einem anonym bleibenden Spieleentwickler zugespielt wurden.
/ Christian Klaß
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Glaubt man den von Nintendo nicht kommentierten Spezifikationen, so verzichtete der Hersteller bei der Revolution-Konsole auf Dual-Core-CPUs und setzt stattdessen auf zwei PowerPC-G5-CPUs mit je 1,8 GHz, vermutlich je 512 KByte Level-2-Cache und einem 1,2-GHz-Systembus. Nintendo selbst nannte bisher nur den Codenamen ("Broadway") des Chips. Dank Kupferverbindungen in den CPUs soll sich die Hitzeentwicklung in Grenzen halten.

Revolution verfügt dem Gerücht zufolge über schnelles 128 MByte 1T-SRAM, das mit 600 MHz getaktet wird und nicht nur als Hauptspeicher, sondern auch als Level-3-Cache für die CPUs und den von ATI entwickelten Grafikchip "Hollywood" dient. Zusätzlich soll es noch 256 MByte embedded DRAM (eDRAM) mit 400 MHz Speichertakt von NEC geben.

Das von MoSys entwickelte 1T-SRAM findet sich mit geringerer Taktung auch schon im GameCube – es ist kein echtes statisches RAM (SRAM), sondern basiert auf flüchtigem DRAM mit Einzeltransistoreinheiten, soll dadurch schneller sein als DRAM, dank speziellen Cachings ohne Rücksicht auf Refresh-Zyklen permanent angesprochen werden können, deutlich kleiner zu fertigen und stromsparender sein. Damit dürfte auch die Abwärme gering bleiben, was für das kompakte Revolution-Gehäuse von Bedeutung sein dürfte.

Der Revolution-Grafikchip Hollywood verfügt über 12 MByte embedded 1T SRAM, das mit 600 MHz getaktet sein soll. Die von Nintendo Centrium(öffnet im neuen Fenster) gelisteten inoffiziellen Spezifikationen erwähnen doppelte Pipes zum Ansprechen des in den Grafikchip integrierten Speichers sowie eine vierfache Auslesegeschwindigkeit.

Anders als bei der Xbox 360 und der PlayStation 3, wo sich die Prozessoren um die Soundausgabe selbst kümmern müssen, setzt Nintendo angeblich auf einen eigenen Soundchip, der digitalen 7.1-Raumklang liefern soll. Das Abspielen von Sound soll dabei die CPU nicht belasten.

Spiele fürs Nintendo Revolution sollen von speziellen 6-GByte-Dual-Layer-Scheiben von Panasonic geladen werden. Nintendo selbst hatte bereits bekannt gegeben, dass Revolution normale 12-cm-Medien – "Revolution-Discs" und DVD-Spielfilme – ebenso verarbeiten kann wie die kleineren GameCube-Scheiben.

Auch wenn einige der Daten schwächer klingen mögen als bei den Konkurrenten Xbox 360 und PlayStation 3, so soll Revolution dank seines ausgewogenen Verhältnisses von Speicher- und CPU-Takt (3:1) sowie des identischen Grafikchip- und Speichertakts punkten. Damit soll weniger Leistung verloren gehen als etwa bei der Xbox 360 oder der PlayStation 3, die mit teils höheren Taktraten aufwarten. Dazu kommt, dass Revolution deutlich kleiner ist als die Xbox 360 und die PlayStation 3, so dass Nintendo bei den Taktraten zwangsläufig Abstriche machen musste.

Gegen die vielen Kerne der Xbox-360-CPU (3x 3,2 GHz, 1x 1 MByte Level-2-Cache) und des Cell-Prozessors der PlayStation 3 (acht "synergetische" Kerne, insgesamt 2,5 MByte Cache) werden es die im Verbund arbeitenden beiden 1,8-GHz-PowerPC-CPUs der Revolution zwar schwer haben, doch sind sie im Vergleich etwa mit der Xbox-360-CPU über einen 200 MHz schnelleren Systembus angebunden und verfügen zudem über mehr Level-2-Cache pro CPU-Kern. Sofern die Daten stimmen, bleibt die Frage, ob Nintendo es geschafft hat, die beiden CPUs ohne den üblichen Rechenleistungsverlust im Verbund laufen zu lassen. Die einfache Gleichung "2x 1,8 = 3,6 GHz" ist bei Dual-Prozessor-Systemen in der Regel nicht akkurat.

Nintendo selbst zieht es bisher vor, auf die Spiele zu verweisen. Etwas enttäuschend ist, dass der Hersteller hierbei – anders als Sony Computer Entertainment und Microsoft – nicht auf den High-Definition-Zug aufspringen will. Gegenüber GameSpot(öffnet im neuen Fenster) bestätigte Nintendo entsprechende Berichte: "Es gibt derzeit keine Pläne, mit Nintendo Revolution eine hochauflösende Videoausgabe zu unterstützen" , erklärte Nintendos amerikanischer Marketing-Vizepräsident Perrin Kaplan gegenüber der Spielepublikation.

Mehr zu Revolution wolle Nintendo laut Kaplan aber in Kürze verraten – die nun aufgetauchten Spezifikationen, sofern sie denn echt sind, scheinen dies zu bestätigen. Bei der Xbox 360 entfleuchten die korrekten Spezifikationen wenige Tage vor der offiziellen Konsolenvorstellung.

Nachtrag vom 14. Juni 2005, 12:30 Uhr:
Die Nintendo Centrium zugespielten Spezifikationen erinnern sehr an die Eckdaten, welche die Nintendo-Fansite N-Sider(öffnet im neuen Fenster) im April 2005 als eine von zwei möglichen Konfigurationen von einem Branchen-Insider erfahren haben will. Nintendo habe zwei verschiedene Designs in Entwicklung und wolle sich für eines der beiden entscheiden. Allerdings hieß es gegenüber N-Sider auch, dass bei beiden Designs eine 15-GByte-Festplatte zum Einsatz kommen werde – in den von Nintendo veröffentlichten spärlichen Informationen ist davon allerdings bisher keine Rede gewesen, auch nicht in den Angaben des Nintendo-Centrium-Blogs.


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