ratDVD komprimiert komplette Film-DVDs fast verlustfrei
Eine ratDVD-Kopie ist nach Angaben der Programmierer üblicherweise zwischen 1 und 2 GByte groß und lässt sich auf Windows-PCs mit Mediaplayer-Programmen wie Windows Media Player abspielen, sofern auf dem System ratDVD installiert wurde. Alternativ dient die Datei als Grundlage für die qualitativ originalgetreue Wiederherstellung auf DVD+/-R(W).
RatDVD ist darauf ausgelegt, Film-DVDs vollständig zu sichern. Optional kann der Anwender aber auch gezielt Bestandteile entfernen und so beispielsweise durch das Löschen nicht benötigter Tonspuren zusätzlich Speicherplatz sparen. Zudem ist es möglich, eigene Einstellungen für die Transkodierung von Video- und Audiomaterial vorzunehmen. Per CSS kopiergeschützte DVDs kann ratDVD selbst nicht verarbeiten.
Anwenderberichte in den ratDVD-Foren von Afterdawn(öffnet im neuen Fenster) und CDFreaks.com(öffnet im neuen Fenster) spiegeln unterschiedliche Erfahrungen mit der ersten Programmversion wider. Bild- und Tonqualität liegen demzufolge auf dem versprochenen, hohen Niveau und sind je nach Film und ratDVD-Einstellungen tatsächlich mit dem Original vergleichbar. Auch mit technisch komplexen DVDs scheint die Software zurechtzukommen.
Anwender, die mit anderen als den voreingestellten Qualitätseinstellungen arbeiten, berichten aber auch über Komprimierungszeiten von 6 Stunden und mehr sowie von Ergebnissen, die sich nicht abspielen lassen. Auch scheint die Wiederherstellung der Film-DVD vergleichbar viel Zeit in Anspruch zu nehmen. Dennoch überwiegt ein positiver Grundtenor, der ratDVD eine große Zukunft als platzsparendes Format für die Archivierung von Film-DVDs und insbesondere für deren Austausch via Internet vorhersagt.
Die Vorteile für Freunde von (in der Regel illegalen) Film-Downloads liegen dabei auf der Hand. Bisherige Tools wie DVDShrink(öffnet im neuen Fenster), Nero Recode(öffnet im neuen Fenster) und Pinnacle InstantCopy(öffnet im neuen Fenster) verkleinerten Film-DVDs durch Transkodieren und/oder Entfernen einzelner Bestandteile, erreichten dabei aber im Hinblick auf den Speicherplatzbedarf keine mit ratDVD vergleichbaren Einspareffekte.
Stärker komprimierende Techniken wie DivX oder XViD hingegen bringen Filme zwar auf ähnlich kompakte Ausmaße, werfen dabei aber auch die DVD-Struktur mit über Bord. Insofern vereint ratDVD die Vorteile verschiedener Programme unter einer Haube und dürfte der Filmindustrie damit den Kampf gegen unerlaubte Filmkopien nicht eben erleichtern. [von Tim Kaufmann]