Arcor legt dank DSL zu, WiMAX-Test in Kaiserslautern
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg bei Arcor um 83 Prozent von 134 auf 246 Millionen Euro. Die Zahl der ISDN-Kunden nahm bis zum 31. März 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 83 Prozent auf 712.000 zu. Ein noch kräftigeres Wachstum erzielte Arcor aber mit seinen DSL-Angeboten.
So kletterte die Zahl der Breitbandkunden von 169.000 auf 510.000. Von ihnen nutzten 455.000 eigene Arcor-DSL-Anschlüsse und 55.000 das DSL-Resale-Produkt des Unternehmens, das auf der DSL-Infrastruktur der Telekom basiert. Im Vergleich zum Vorjahr verbuchte Arcor bei den DSL-Kunden insgesamt eine Steigerungsrate von mehr als 200 Prozent.
Stabil entwickelte sich das Preselection-Segment. Rund 2,3 Millionen Kunden führten Ende März 2005 ihre Telefonate per fester Voreinstellung über Arcor. Im Call-by-Call-Geschäft wurde ein Anstieg der aktiven Nutzer um 13 Prozent auf über 3 Millionen registriert.
Arcor setze auch künftig auf investiven Infrastrukturwettbewerb, so Arcor-Chef Harald Stöber, der Kunden in weiteren Städten Breitbandprodukte anbieten will. Von April 2004 bis März 2005 investierte das Unternehmen 163 Millionen Euro – etwa 10 Prozent seines Umsatzes. Im laufenden Geschäftsjahr will Stöber rund 60 neue Ortsnetze für eigene DSL- und ISDN-Services erschließen.
In Kaiserslautern startet Arcor noch in diesem Jahr zudem einen Pilotversuch mit der Funktechnik WiMAX. Das Unternehmen testet, ob sich die Funklösung zur Breitbandversorgung von städtischen und ländlichen Gebieten eignet, in denen bislang keine DSL-Angebote möglich sind.
"Wir sind bereit, in die Fläche zu gehen", erklärte der Arcor-Chef. Voraussetzung für Breitbandwettbewerb auch in dünner besiedelten Regionen sei immer noch eine deutliche Reduzierung der Einkaufspreise für Kundenanschlüsse. Ende Juni könne die Regulierungsbehörde diese Entgelte weiter absenken und so ein Zeichen für den Netzausbau setzen, so Stöber: "Deutschland kann sich keine digitale Provinz leisten."
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