Microsoft plant offenes Office-Format
Bereits vor einigen Tagen hatte Microsoft angekündigt, dass das derzeit unter dem Codenamen Office 12 laufende Office-Paket ein XML-Format verwenden wird, gab aber keine weiteren Details dazu bekannt. Dies wurde nun nachgeholt und Microsoft kündigte an, das Format offen legen zu wollen, so dass das Format etwa in andere Applikationen eingebunden werden und so auch ohne eine installierte Office-12-Version verwendet werden kann. Aus Redmond heißt es dazu ausdrücklich, dass dafür keinerlei Lizenzzahlung an Microsoft entrichtet werden muss.
Das als "Microsoft Office Open XML Format" bezeichnete Dateiformat soll in der kommenden Office-Version der Standarddateityp für Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente werden und somit das bisherige Dateiformat ablösen. Damit verspricht Microsoft eine höhere Sicherheit, leichtere Datenintegration, verbesserte Fehlerbehebung bei zerstörten Dateien sowie eine deutlich verringerte Dateigröße im Vergleich zu Office 2003. Für die Verringerung der Dateigröße werden darin enthaltene Daten automatisch per ZIP-Verfahren komprimiert.
Für die Office-Pakete 2000, XP sowie 2003 will Microsoft kostenlos Updates bereitstellen, damit auch mit diesen Applikationen das neue Dateiformat geöffnet sowie gespeichert werden kann. Zudem wird Office 12 abwärtskompatibel sein und die bisherigen Office-Formate verstehen, verspricht Microsoft. Vom 5. bis 10. Juni 2005 soll das kommende Office-Format auf der Tech·Ed 2005(öffnet im neuen Fenster) in Orlando, Florida, detailliert vorgestellt werden.
Gegenüber dem US-News-Dienst BetaNews.com(öffnet im neuen Fenster) gab Microsoft an, dass man bewusst nicht das offene Dateiformat OASIS (OpenDocument) verwendet habe. Als Grund nennt Jean Paoli, Senior Microsoft XML Architect, dass Microsoft ein anderes Format habe verwenden müssen, damit die 400 Millionen Nutzer von Microsoft-Office-Paketen ohne Schwierigkeiten auf das neue Format wechseln können.
Mit der Äußerung "Sun hat sein eigenes Format standardisiert", verkennt Paoli allerdings die hinter OASIS steckende Arbeitsweise. Für die Definition des Dateiformats waren Unternehmen aufgerufen, sich daran zu beteiligen – Microsoft zog es jedoch vor, bei der Ausarbeitung des OASIS-Formats nicht mitzumachen. Ob Office 12 OpenDocument dennoch unterstützen wird, ist derzeit ungewiss.
So unterscheidet sich OpenDocument von dem bisher in OpenOffice.org 1.x verwendeten Dateiformat, um auch den Anforderungen von KOffice, dem Office-Paket von KDE, gerecht zu werden. Die EU setzt sich mittlerweile dafür ein, OpenDocument zum ISO-Standard zu machen.
Noch dauert es eine Weile, bis das neue Office-Format zum Leben erweckt wird. Denn Microsoft will das kommende Office 12 erst in der zweiten Jahreshälfte 2006 auf den Markt bringen. Beta-Versionen des Office-Pakets werden im Herbst 2005 erwartet.
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